Laos – Norden, Oudomxai bis Luang Prabang, 22. November – 28. November 2015

Inhalte des Beitrags
1. Ankommen in Oudomxai
2. Zauberhaftes Luang Prabang: Phu Si, Nachtmarkt, Tempel und Co.
3. Ausflug zum Kuang Si Wasserfall

Land der tausend Elefanten

Die Fahrt von Sa Pa, Vietnam, nach Oudomxai, Laos ist eine wirkliche Qual. Wir starten um 19 Uhr in Sa Pa und kommen am nächsten Tag gegen 16 Uhr in Oudomxai an – sind also geschlagene 21 Stunden unterwegs! An Schlaf ist auf den kurvigen und holprigen Straßen durch die Bergregion erstmal auch nicht zu denken.

Zwischenstopps sind notwendig in:

  • Dien Bien Phu: hier kommen wir gegen 5 Uhr morgens am Busbahnhof an und müssen den Bus wechseln. Wir haben circa eine Stunde Aufenthalt und zwischendurch Streit mit den „Putz“frauen von der öffentlichen Toilette.
  • Grenze Vietnam, Ausreise: hier kommen wir gegen 9 Uhr an. Laut Busfahrer soll der Grenzübergang nur 10 Minuten dauern – wer`s glaubt… Bis wir an der Reihe und alle Formalien geklärt sind (Passbild, Formular ausfüllen, Gebühr zahlen, Ausreisestempel…) sind fast zwei Stunden vergangen.
  • Grenze Laos, Einreise: Ankunft gegen 11 Uhr. Es ist einiges an Schmiergeld notwendig. Hier 2 Dollar extra Wochenendaufschlag, da nen Dollar für`s Stempelkissen, da 3 Dollar für`s Fiebermessen…

Oudomxai

Um Markus zu zitieren: „… hat den Charme einer Klobrille“. Außerdem war es uns hier nirgendwo möglich, einen Roller zu mieten, weshalb unser Plan ins Wasser fiel, den nahegelegenen Nationalpark auf eigene Faust zu erkunden. Daher entscheiden wir uns zur Weiterreise direkt am nachfolgenden Tag.


Schnell weiter nach Luang Prabang

Es folgt eine sechsstündige Fahrt in einem kleinen, öffentlichen Bus, der auf laotische Maße ausgerichtet ist. Dennoch ist offensichtlich noch genug Platz, Reissäcke, Zement und Autoreifen im Inneren des Busses zu transportieren. Wir sind uns sicher: eine Vollbremsung und wir sterben einen qualvollen Tod. Aber die Alternativen sind rar. Nach stundenlanger Fahrt durch unendliches Grün kommen wir am Abend in Luang Prabang an. Die Stadt ist bei Backpackern sehr beliebt und gilt bei vielen als absolutes Highlight auf dem Südostasientrip. Wir sind also sehr gespannt!

Im schönen Garten des Restaurants Utopia haben wir unser erstes Dinner. Das Restaurant / Bar ist bei Touristen sehr beliebt und die Preise sind für laotische Verhältnisse nicht gerade niedrig. Dennoch ist die Atmosphäre angenehm und die Sitz- und Liegemöglichkeiten im Grünen mit Blick auf den Nam Khan Fluss machen die Preise wett.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf zur Erkundung von Luang Prabang (LP) zu Fuß. Überall in den Straßen ist ein französischer Flair zu spüren – der Duft von Café au Lait und frisch gebackenen Croissants strömt aus Boulangeries auf die Straßen. Auch wenn LP von der Größe her durchaus als Stadt bezeichnet werden kann, so sucht man hier Hektik, Lärm und Verkehrschaos vergeblich. Alles kann zu Fuß erkundet werden und die Atmosphäre ist trotz der Beliebtheit bei Touristen herrlich entschleunigt.

LP bietet einige hübsche Sehenswürdigkeiten, Tempel und Paläste. Wir starten beim Wat Xieng Thong, der der älteste Tempel von LP ist. Aufgrund seiner schönen Architektur und den gut erhaltenen Glas- und Mosaikverzierungen im Inneren, ist er einer der meist besuchten Tempel der Stadt.

Von dort laufen wir zurück ins Zentrum und kommen an zahlreichen weiteren Tempeln wie Wat Sensoukaram oder Wat Sene vorbei. Diese sind zwar in den wenigsten Reiseführern zu finden, jedoch trotzdem durchaus sehenswert. Bei einem Tempel können wir sogar Mönche beobachten, die gerade einer religiösen Zeremonie nachgehen.

Empfehlenswert: den Sonnenuntergang auf dem kleinen Berg Phu Si anschauen, wo der Wat Chom Si mit goldener Stupa steht. Grandioser Blick über LP, die umliegenden Berge und den Mekong. Aber auf jeden Fall rechtzeitig hinauflaufen und oben einen guten Platz sichern – der Spot ist lange kein Geheimtipp mehr! Es gibt zwei verschiedene Wege, die auf den Gipfel des Berges führen. Wir haben uns für den Weg entschieden, der an der Thanon Phousi startet. Unterwegs zahlt man pro Person 20.000 Kip Eintritt. Auf dem Weg nach oben kann man immer wieder an verschiedenen Aussichtspunkten Halt machen. Außerdem gibt es hier viele Buddhastatuen, an denen die Laoten ihre Gebete sprechen. Für den Rückweg bietet sich der andere Weg an, der einen zur Sisavongvang Road (Hauptstraße) führt.

Nach dem Sonnenuntergang landet man dann direkt auf dem Nachtmarkt, der hier jeden Tag um 17 Uhr beginnt. Die Atmosphäre auf dem Markt sowie die Händler sind super entspannt. Es gibt leckeres Essen (zu empfehlen ist das Buffet und besonders die Kokosküchlein!) und hübsche Handwerkskunst. Billigschrott findest du hier keinen.

Am nächsten Tag steht noch der ehemalige königliche Palast auf dem Plan, der nun ein Nationalmuseum beinhaltet. Vor dem Eingang sind die Schuhe auszuziehen und Schultern zu bedecken, Taschen oder Rucksäcke samt Kameras sind abzugeben. Das Museum gibt einen Einblick in das alltägliche Leben der Königsfamilie, zeigt die Zimmer und stellt die typischen Stücke wie bspw. Thronsessel und Mobiliar aus. In einem zweiten Gebäude kann man die Automobilsammlung des ehemaligen Königs betrachten. Sicher spannend für Oldtimer-Fans! Interessanter und sehenswerter ist für mich der Tempel (Haw Pha Bang) auf dem Außengelände.

Am Abend betrachten wir eine ethnische Modenschau in der Hive Bar, wo es gute Cocktails mit Reisschnaps gibt! Über tripadvisor erfahre ich nun jedoch, dass die Bar seit Anfang 2016 geschlossen ist.

Falls du Infos über den bekannten Almosengang vermisst, hier unsere Einschätzung:
Normalerweise ist der morgendliche Almosengang der Mönche in LP ein schönes religiöses Ritual. Allmählich wandelt sich dies jedoch zu einem Schaulaufen für Touristen, die den Mönchen auf der Jagd nach dem perfekten Foto erschreckend nah kommen. Aufgrund vieler negativer Kommentare über respektlose Reisende, die wir im Voraus über diese Tradition lesen konnten, haben wir bewusst auf einen Besuch verzichtet.

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Mit dem Roller zum Kuang Si Wasserfall

Am nächsten Tag mieten wir uns in LP einen Roller, um zum 30 km weiter südlich gelegenen Kuang Si Wasserfall zu fahren. Es handelt sich um eine sehr viel besuchte Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Luang Prabang, daher lohnt es sich, früh aufzustehen. Da sich sogar die Einheimischen gerne hier aufhalten, ist es besonders am Wochenende stark frequentiert. Die Tour kann von LP aus als Tages- oder Halbtagesausflug gebucht werden. Entweder im Minivan gemeinsam mit einer Gruppe oder privat mit dem Tuk Tuk. Die Busse kommen erst gegen Mittag an. Wenn du also früh individuell anreist, hast du noch gute Chancen, die wunderschöne Naturszenerie in entspannter Atmosphäre zu genießen. Der Park öffnet schon um 8.00 Uhr.

Nach Ankunft findest du zunächst einige Souvenirshops – wie bei fast jeder Sehenswürdigkeit außerhalb einer Stadt. Dann haben wir am Eingang für 20.000 Kip p.P. Tickets gekauft. Man muss sich zwischen zwei Wegen entscheiden. Entweder läuft man direkt zum 60 m hohen Wasserfall den Berg hinauf oder nimmt den Weg rechterhand in den Wald hinein, wo man an einem Rescue Center von Malaienbären vorbeikommt. Wir haben uns für letzteres entschieden.

Auf den ersten Blick magst du denken: Seltene Tiere in Gefangenschaft werden Touristen vorgeführt. Doch mit etwas Hintergrundwissen hat sich auch unsere Sicht geändert: Die Galle der Bären produziert ein bestimmtes Sekret, dem in einigen Kulturkreisen eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Daher werden sie oft gejagt und getötet. Im Rescue Center beim Wasserfall sind die Bären zwar nicht frei, aber immerhin unter Aufsicht und sicher. Wir beobachten die Tiere eine Weile, die für Bären ziemlich klein sind. Am Ende gibt es die Möglichkeit, eine kleine Spende für die Tiere zu hinterlassen.

Von hier sind es nur noch wenige Schritte zum ersten natürlichen Pool des Wasserfalls. Das türkisfarbene Wasser lädt zum Baden gerade so ein. Nur zu – Baden ist hier erlaubt! Etwas abschreckend ist höchstens die Temperatur des Wassers. 😉

Wir lmarschieren den Weg nun weiter hinauf und kommen dabei an mehreren Kaskaden vorbei. Unterwegs bieten sich immer tolle Stationen, um Fotos zu machen. Auch den größten Naturpool passieren wir, in dem die meisten Touristen baden oder Rast machen. Hier gibt es sogar Umkleidekabinen.

Noch ein Stück weiter und wir stehen vor dem 60 m hohen Kuang Si Wasserfall. Ein wirklich beeindruckendes Naturspektakel! Vor dem Wasserfall verläuft eine Brücke, über die du zur anderen Seite des Wasserfalls laufen kannst. Von hier aus kannst du nochmal bis ganz nach oben über einen schmalen Pfad durch den Wald wandern. Wir brechen nach wenigen Minuten jedoch ab, da der Untergrund sehr rutschig ist (trotz festem Schuhwerk).

Den letzten Tag in LP verbringen wir nochmal ganz gemütlich im Garten von Utopia. Hier liegen wir am Ufer und beobachten das Leben der Einheimischen am Fluss. Es passieren Fischerboote, Frauen waschen Kleidung, Kinder baden im Wasser.

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Am Abend nehmen wir einen Sleeping Bus nach Vientiene, Hauptstadt von Laos.


Unsere Tipps auf einen Blick:

  • Bringe Geduld und ein paar extra Dollar für den Grenzübergang mit
  • Nutze Oudomxai wenn dann nur zur Durchreise
  • Genieße die entspannte Atmosphäre in Luang Prabang
  • Gehe kritisch mit dem Almosengang der Mönche um
  • Fahre mit dem Roller sehr früh zum Kuang Si Wasserfall. Badesachen und festes Schuhwerk mitbringen

Autor: Lisa

enjoy your journey!

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