Laos – Süden, Vientiane bis 4000 Islands, 29. November – 8. Dezember 2015

Inhalte des Beitrags
1. Hauptstadt Vientiane: Ausflug zum Buddhapark und COPE Besucherzentrum
2. Pakse und Wanderung im Xe Pian Nationalpark
3. Motorradtour nach Tad Lo – endlich Elefanten!
4. Hängematten-Zeit auf den 4000 Islands

Vientiane

Laos, oh du wunderschönes Laos! Wir sind verliebt in dich und deine Landsleute…

Sehr früh kommen wir mit dem Sleeping Bus von Luang Prabang in Vientiane an. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem ersten Stadtspaziergang sind wir von Vientiane etwas enttäuscht. Außerdem hat die Stadt die Bezeichnung „Hauptstadt“ nicht wirklich verdient. Es fehlt an Charme und die Straßen sind wie leergefegt. Selbst im maroden Einkaufszentrum trifft man nicht auf den sonst typisch asiatischen Shoppingtrubel.

Interessant zu beobachten ist jedoch die viele Propaganda und Hinterlassenschaften des Kommunismus, die noch in der Luft hängen. In den kommenden Tagen soll eine Parade zum Nationalfeiertag von Laos stattfinden. Die Straßen werden abgesperrt und mit Fahnen und Girlanden in den Landesfarben geschmückt.

In Laos schließen alle Restaurants und Bars bereits um 23 Uhr. Einzig die Bowlingbahn ist klassischerweise länger geöffnet.

Dementsprechend treffen sich hier am späten Abend die jungen Leute, die noch nicht ins Bett wollen. Das müssen wir doch selbst mal testen! Wir betreten die Bowlingbahn und fühlen uns in die 70er Jahre zurückversetzt. Die Einrichtung hat DDR-Charme. Gespielt wird hier barfuß – wie sonst?

Am zweiten und zugleich letzten Tag in Laos` Hauptstadt fahren wir mit einem Roller zum Buddhapark, der etwa 30 km außerhalb des Zentrums von Vientiane liegt. Die 45-minütige Strecke ist mit dem Roller ganz schön zu fahren – besonders, je weiter man sich von dem Stadtkern entfernt. Der Park liegt direkt am Grenzfluss zu Thailand, sodass man schon zur anderen Uferseite blicken kann. Auf der Grünanlage sind viele steinerne Buddha- und andere göttliche Figuren zu sehen. Eine Statue ist sogar begehbar und man kann in ihr ein paar Treppenstufen nach oben erklimmern, sodass man einen netten Blick über den ganzen Park hat. Wir waren gegen Vormittag dort und es war recht leer. Insgesamt ist der Park ganz nett und eignet sich gut für einen halbtägigen Ausflug.

Wir fahren zurück in die Stadt und schauen im COPE Besucherzentrum vorbei. Dies ist etwas schwierig zu finden, man ist schnell daran vorbeigefahren. Es liegt ein paar Kilometer außerhalb vom Zentrum Vientianes am Boulevard-Khouvieng.

Hintergrund: Laos ist das meist bombardierte Land der Welt, gemessen an der Bombenanzahl pro Einwohner. Während des Vietnamkrieges 1964 – 1973 haben die Amerikaner mehr als 2 Millionen Tonnen Bomben über dem kleinen Land abgeworfen. Davon sind etwa 30% nicht explodiert. Diese Blindgänger liegen heute vor allem auf den Feldern und es kommt zu Explosionen durch arbeitende Bauern oder spielende Kinder. Gibt es Überlebende, so verlieren diese bei dem Unfall häufig Gliedmaßen.

Die Organisation COPE unterstützt eben diese Opfer durch medizinische Hilfe (Anfertigung von Orthesen, Prothesen) sowie durch psychologische Behandlung. Im Besucherzentrum gibt es eine Ausstellung über die Gräueltaten des Krieges und bewegende individuelle Geschichten über Opfer.

Die Öffnungszeiten im November 2015 waren täglich von 09 – 18 Uhr und der Eintritt war kostenfrei. Am Ende des Besucherzentrums ist jedoch eine kleine Box für Spenden aufgestellt, die natürlich mehr als willkommen sind.

Im Anschluss fahren wir zum liegenden, goldenen Buddha, der einer von Laos` Wahrzeichen ist. Auf dem Gelände gibt es neben der Gottesstaue auch noch mehr zu sehen, wie bspw. Pha That Luang (eine große Stupa) oder zwei weitere Tempel: Wat That Luang Nuea und Wat That Luang Tai. Die bekannte, liegende Buddhastatue ist bei letzterem Tempel zu finden.

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Am Abend verlassen wir die Hauptstadt und fahren über Nacht mit dem Sleeping Bus weiter in den Süden nach Pakse.


Pakse

Wir kommen sehr früh am Morgen an, sodass wir zufällig Teile des Almosengangs der Mönche beobachten können, der hier ganz ruhig abläuft. Nach ein paar Stunden Schlaf, erkunden wir die Stadt zu Fuß und planen die nächsten Tage. Bei Green Discovery buchen wir eine Wanderung für den folgenden Tag.

Früh morgens machen wir uns also gemeinsam mit den Guides und einem weiteren europäischen Paar auf den Weg zur Wanderung im Xe Pian Nationalpark. Vorher legen unsere Guides von Green Discovery jedoch noch einen Stopp auf einem Markt ein, den wir gemeinsam erkunden. An einem Stand gibt es gebratene Insekten und wir lassen uns überreden, eine Made zu versuchen. Schmeckt wirklich gar nicht so übel! Die Konsistenz ist vergleichbar mit einer Kidneybohne und der Geschmack ist nussig-salzig.

Nach dieser kleinen Stärkung (sehr proteinreich!) geht es dann also sieben Stunden auf und ab durch den Nationalpark. Unsere Guides sind gut ausgebildet und können uns viel über die Flora und Fauna erzählen, denn es gibt im Nationalpark wirklich viel zu sehen. Mittags nehmen wir unseren Lunch ganz klassisch im „Lao Style“ auf dem Boden ein. Es gibt Sticky Rice, Gemüse, etwas Fleisch und einige undefinierbare Dinge. Natürlich wird mit den Händen gegessen. Insgesamt eine tolle Tour!

Für den nächsten Tag haben wir einen zweitägigen Motorradausflug durch das Bolaven-Plateau geplant (unsere Route findest du unten in der Galerie). Wir hinterlassen unser Gepäck in Pakse und fahren mit ein paar Ersatzklamotten durch die unglaublich grüne Landschaft, die von Kaffeeplantagen geprägt ist, nach Tad Lo. Das kleine Dörfchen liegt etwa 90 km von Pakse entfernt und die Straßen sind gut ausgebaut. Am Mittag kommen wir dort an und suchen uns spontan eine hübsche Unterkunft für eine Nacht. Tad Lo hat sogar einen eigenen kleinen Wasserfall und See.

Wir erfahren, dass es bei der nahegelegenen „Tad Lo Lodge“ Elefanten geben soll und machen uns direkt auf den Weg dorthin. Und tatsächlich – nach elf Tagen im Land der tausend Elefanten sehen wir unsere ersten! Wir unterhalten uns lange mit dem Besitzer der Lodge, einem Amerikaner, und haben das gute Gefühl, dass ihm das Wohl der Tiere sehr wichtig ist. Wir verbringen den restlichen Tag in der Nähe der grauen Riesen und haben später sogar die Möglichkeit, ihnen beim Baden im Wasserfall zuzusehen. Einfach unglaublich!

Am kommenden Tag machen wir uns mit dem Motorrad wieder auf dem Rückweg nach Pakse. Der Rückweg ist ein anderer, sodass wir letztendlich einen Loop gefahren sind. Beim „Champi-Wasserfall“, etwa 40 km vor Pakse, machen wir einen Zwischenstopp. Steile Treppen führen hinunter zum Wasserfall, in dem wir baden gehen. Das Wasser ist eiskalt! Zurück in Pakse verbringen wir unseren letzten Abend, bevor wir uns noch weiter gen Süden begeben.

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4000 Islands

Von Pakse aus fahren wir mit einem Minivan ganz in den Süden von Laos bis zum Küstenstädtchen Ban Nakasang, etwa 150 km und 3 Fahrstunden entfernt. Hier läuft man zum Hafen, wo es mit dem Boot über den Mekong weitergeht, bis wir die Insel Don Khon (nicht Don Khong!) erreichen. Diese ist eine von 4000 Inseln und Inselchen, die direkt an der Grenze zu Kambodscha durch die Willkür des Mekong entstanden sind.

Die drei touristischsten Inseln sind Don Khong, Don Khon und Don Det, wobei Don Khong mit Abstand die größte ist. Wir haben uns ganz bewusst für die etwas ruhigere Insel Don Khon entschieden, um ein paar Tage zu entspannen, bevor wir uns auf nach Kambodscha machen. Don Det scheint bei Backpackern am beliebtesten zu sein, was vielleicht auch am Angebot der Magic Mushrooms und Special Herbs liegt…

Don Khon ist mit Don Det über eine kleine Brücke verbunden. Man kann entweder zu Fuß, per Fahrrad oder Roller auf die jeweils andere Seite gelangen und zahlt dafür eine kleine Gebühr pro Tag. Tipp: wir konnten das gleiche Ticket unbemerkt zwei Tage infolge verwenden.

Achtung: auf Don Khon und Don Det gab es Ende 2015 keinen ATM! Wir haben keine Angaben, ob sich das mittlerweile geändert hat und wie die Situation auf Don Khong ist. Als das Bargeld knapp wurde, haben wir uns mithilfe von moneytransfer über Wasser gehalten.

Man kann sich auf Don Khon für wirklich kleines Budget einen Bungalow direkt am Wasser leisten und den ganzen Tag auf dem Balkon in der Hängematte liegen, relaxen und Beerlao trinken. Genau das machen wir die kommenden Tage! Da es uns so gut gefällt und die Zeit sehr erholsam ist, bleiben wir auf Don Khon länger als ursprünglich geplant. Außerdem sehe ich hier den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens (überzeuge dich unten in der Bildergalerie)!

Was wir sonst noch so gemacht haben…

An einem Tag mieten wir uns Fahrräder und fahren über die Insel bis zu einem Strand, wo wir im Mekong baden können.

Ein andermal fahren wir mit den Rädern an den südlichen Zipfel von Don Khon und lassen uns mit einem Boot über den Fluss fahren (wir zahlen 70.000 Kip pro Boot). Das Besondere hier? Es gibt noch ein paar der seltenen „Irawadi“ zu sehen: Süßwasserdelphine! In dem Bezirk, in dem wir unterwegs sind, gibt es höchstens noch ein Dutzend der hübschen Tiere. Gefährdet sind sie unter anderem durch die unmittelbare Nähe zu Kambodscha, da dort das Dynamitfischen noch legal ist.

Auf dem Rückweg fahren wir bei den Somphamit Wasserfällen des Mekong vorbei. Ein Ticket kostet 35.000 Kip p.P. Rund um die Wasserfälle ist eine Art Park angelegt und man kann das gesamte Gebiet gut zu Fuß erkunden.

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Wir verlassen das wunderschöne Laos und begeben uns zur letzten Station unserer Reise: Kambodscha.


Unsere Tipps auf einen Blick:

  • Zwei Tage in der Hauptstadt Vientiane sind ausreichend. Sieh` dir das COPE-Besucherzentrum an und geh` abends bowlen!
  • Mach` eine Motorradtour durchs Bolavenplateau bei Pakse – gerne mit Zwischenübernachtung in Tad Lo!
  • Nimm` dir reichlich Zeit für die Hängematte auf den 4000 Islands und sorge vorher für genügend Bargeld!

Autor: Lisa

enjoy your journey!

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