Vietnam – Süden, Saigon bis DMZ, 01. – 11. November 2015

Inhalte des Beitrags
1. Sightseeing in Ho-Chi-Minh City
2. Ausflug: Cu Chi Tunnel
3. Küstenstädtchen Hoi An & Ausflug nach My Son
4. Hue und seine Kaisergräber
5. Entmilitarisierte Zone (DMZ)

Willkommen in Ho-Chi-Minh City!

Fast pünktlich auf die Minute kommen wir in Ho-Chi-Minh City (ehemals Saigon) in Vietnam an. Unser Visum ist ab 01. November gültig und kurz nach Mitternacht landet unser Flieger. Ein Visum ist für deutsche Staatsangehörige erst ab einer Aufenthaltsdauer von 16 Tagen notwendig (Stand: August 2017). Da wir jedoch einen längeren Aufenthalt im Land geplant haben, haben wir unsere Visa bereits von Deutschland aus über die vietnamesische Botschaft in Berlin organisiert. Sie berechtigen uns zu einem Aufenthalt von maximal 90 Tagen mit einmaliger Einreise.Erstmal geht es mit dem Taxi vom Flughafen zu unserer Unterkunft. Ach ja: Nein, lieber Taxifahrer, wir verstehen kein Vietnamesisch! Und nein, wenn du uns anschreist, verstehen wir es immer noch nicht!! Nach ein paar Stunden Schlaf erkunden wir erstmals die Stadt und besuchen den Präsidenten- / Wiedervereinigungspalast, die Notre Dame, das alte Postamt und das Kriegsmuseum / „War Remnants Museum“. Besonders letzteres fesselt uns: die vielen Bilder der Napalm-Opfer (Stichwort: Agent Orange) sind sehr bewegend und wirklich nur schwer zu ertragen. Als leider elementarer Teil der vietnamesischen Geschichte, den man nicht ausblenden darf, würden wir einen Besuch aber jedem raten! In einer Markthalle bekommen wir erstmals zu spüren, dass die kleinen Vietnamesen ganz schön rabiat sein können. Ein Rempler hier, ein Ellenbogen da und auch beim Verkaufen Ihrer Ware lassen sie nur schwer mit sich verhandeln…


Ausflug zu den Cu Chi Tunnel

Von Saigon aus machen wir einen Ausflug zu den Cu Chi Tunnel. Diesen haben wir direkt in unserer Unterkunft gebucht, ist aber in der Stadt sicher an vielen Anlaufstellen erhältlich. Ein Bus holt uns morgens ab und bringt uns in einer Reisegruppe zu dem unterirdischen Tunnelsystem im Wald, das etwa 50 km nördlich von Saigon liegt.

Wir erleben eine sehr interessante Führung durch den über 100 ha großen Wald, entdecken versteckte Fallen, geheime Tunneleingänge und lernen einige der cleveren Tricks des Vietcong kennen, die im Vietnamkrieg gegen die US Army von 1968 bis 1975 zum Einsatz kamen, z.B.:

Gekocht wurde in den Tunneln nur am Morgen, sodass sich der Dampf, der durch die Belüftungsschächte an die Oberfläche trat, unter den Nebel mischte und nicht den unbekannten Standort des Vietcong verraten konnte.

Das Gebiet ist gesäumt von vielen Termitenhügeln, in denen sich die vietnamesischen Soldaten versteckten. Die US Army setzte Schäferhunde ein, die die Gegner anhand des fremden Geruchs ausfindig machen sollten. Daraufhin deckten sich die Vietnamesen mit Uniformen und Gegenständen der Amerikaner ein, an denen der für die Schäferhunde gewohnte Geruch klebte. Die Hunde konnten die Vietnamesen nicht mehr als Feinde identifizieren.

Wenn du möchtest, kannst du gegen Ende der Führung selbst testen, wie es sich unter der Erde im Inneren eines Tunnels anfühlt. Nur ein kleines Stück von 40 Metern betreten wir und schon das genügt uns völlig! Ein sehr beklemmendes und beängstigendes Gefühl aufgrund der Enge, Hitze und Luftfeuchtigkeit. Ein Fortbewegen ist nur in gehockter Haltung im „Watschelgang“ möglich. Menschen mit Platzangst oder einem schwachen Kreislauf würden wir davon abraten, dies auszuprobieren.

Was uns dann aber wirklich abschreckt, ist die „Entertainment“-Möglichkeit am Ende der Führung: die Touristen können auf einem Übungsschießplatz selbst ihr Können am Maschinengewehr etc. testen. Zum einen völlig laut, zum anderen völlig fehl am Platz!


Weiter nach Hoi An

Von Saigon aus wollen wir das schmale Land entlang der Süd-Nord-Achse durchqueren. Dazu fliegen wir als nächstes nach Da Nang, etwa auf halber Strecke gelegen. Im Internet lese ich von einem Shuttle Bus nach Hoi An, unserem Ziel. Auch ein Flyer am Flughafen bestätigt uns die Existenz solch eines Busses. Die Tourist-Info am Da Nang Airport weiß jedoch von nichts und am Busterminal werden wir auch nicht fündig. Nun gut… wir nehmen also ein Taxi zum 30 km entfernten Küstenstädtchen Hoi An. Nach Zimmerbezug erkunden wir am frühen Abend den Ort und sind begeistert. Entlang der kleinen Gassen reihen sich lokale Handarbeitslädchen und Lederwarengeschäfte an hübsche Restaurants. Bunte Lampions schmücken die Straßen und erleuchten den Abendhimmel. Am Ufer des Flusses säumen sich lebhafte Bars mit grandiosen Cocktails zu noch grandioseren Preisen. Eine kleine Brücke führt über den Fluss auf die andere Seite, wo ein kleiner Nachtmarkt wartet.

Hoi An bietet neben der schönen Kulisse auch noch einige Sehenswürdigkeiten. Bei jeder muss man ein kleines Eintrittsgeld zahlen. Man kann sich auch eine Art „Kombi-Pass“ kaufen, bei dem man die Anzahl der inkludierten Sehenswürdigkeiten zu Beginn selbst bestimmt. Bei jedem Besuch wird der Pass dann abgestempelt. Dieser Pass ist an vielen Anlaufstellen in der Stadt erhältlich. So haben wir uns diverse Tempel angesehen, Versammlungshallen und die überdachte, japanische Brücke. Das ist alles innerhalb eines Tages zu Fuß machbar.

Regen, Rad und jede Menge Reis

Der nächste Tag fällt wort-wörtlich ins Wasser und wir verbringen die Stunden in einer Sportsbar bei Bier und Darts. Auch der folgende Tag ist noch etwas verregnet. Dennoch leihen wir uns in unserer Unterkunft Fahrräder und wollen einen kleinen Ausflug in die Umgebung machen. Am Morgen starten wir zunächst auf dem Markt in Hoi An zum Frühstücken. Auf kleinen Plastikhockern nehmen wir Platz und beobachten, wie die Standbesitzerin eine Art Pfannkuchen aus Reisteig in kleinen, fettverkrusteten Eisenpfannen brät. Prima, das nehmen wir! Die nette Dame stapelt uns die kleinen runden Teigkreise auf unsere Pappunterlagen und zeigt uns, wie man diese mit den Händen befüllt, wickelt und dann in den Mund schiebt. Als Füllung gibt es irgendetwas Fleischiges, Grünzeug und Gewürzpaste. Schmeckt super! Gestärkt radeln wir dann durch das Umland von Hoi An, das größtenteils aus Reisfeldern besteht. Hier sehen wir viele Wasserbüffel, Reiher, Kühe und Wasserschlangen.


Ausflug zu My Sõn

Am letzten Tag in Hoi An entscheiden wir uns noch für einen Tagesausflug zur Tempelstätte My Sõn. Diesen haben wir über unsere Unterkunft gebucht und dort holt uns morgens auch ein Reisebus ab, in dem schon andere Urlauber warten. Die Fahrt zum 40 km entfernten My Sõn, das 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, dauert etwa eine Stunde. Von der Stätte sind noch mehr als 70 Tempel erhalten. Die restlichen wurden im Vietnamkrieg durch Bomben zerstört, wovon teilweise noch Krater im Boden zu sehen sind. Die Erkundung des Gebietes zu Fuß ist sehr interessant. Tipp: Gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser und bestenfalls eine Kopfbedeckung mitbringen, denn auf dem Gelände gibt es nicht viel Schatten. Nachmittags geht es zurück nach Hoi An, wo wir auf dem Nachtmarkt unseren letzten Abend ausklingen lassen.


Aufbruch nach Hue

Früh morgens brechen wir in Hoi An auf, um nach Hue zu kommen, das 130 km weiter nördlich liegt. Es ist unsere erste Fahrt mit dem Sleeping Bus, der in Vietnam weit verbreitet und eine wirklich großartige Erfindung ist! Diese Fernbusse verbinden alle großen Städte im Land von Nord nach Süd und umgekehrt. Im Bus gibt es drei Reihen mit Liegen, die je zweistöckig sind. Selbst ein europäischer, durchschnittlich großer Mann kann sich hier fast komplett ausstrecken. Im Vergleich zu den sonstigen Platzverhältnissen in asiatischen Transportmitteln absoluter Luxus! Hue war von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams. Zur dieser Zeit residierten hier auch die Kaiser der Nguyen-Dynastie. Heute ist die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt ein Magnet für Touristen und durchaus sehenswert. Die Anlage kann zu Fuß erkundet werden.

Einen Tag später besuchen wir mit einem gemieteten Roller auf eigene Faust die drei Kaisergräber der Nguyen-Dynastie, die rund um Hue liegen. Das Grabmal von:

  • Minh Mạng
  • Tự Đức
  • Khải Định

Über die ehemalige Grenze nach Nordvietnam

Wir verlassen Hue weiter Richtung Norden und machen nach etwa 60 km einen Zwischenstopp in der entmilitarisierten Zone (DMZ), wo wir die ehemalige Grenze zwischen Süd- und Nordvietnam besichtigen und ablaufen. Auch hier stoßen wir nochmal auf ein unterirdisches Tunnelsystem. Dies diente, im Gegensatz zu Cu Chi, in erster Linie den Zivilisten zum Versteck. Unglaublich, dass die Menschen hier sechs Jahre lang gewohnt und teilweise ganze unterirdische Dörfer aufgebaut haben!

Halten wir fest: Wenn die Vietnamesen eines können, ist es Tunnel graben. Und natürlich Nudelsuppe kochen, denn die klassische Pho ist legendär und zu jeder Tages- und Nachtzeit ein allseits beliebtes Gericht!

Was sie nicht können? Alles, was mit sicherem Straßenverkehr zu tun hat!

Am Nachmittag steigen wir dann in Dong Ha dann in einen Bus, der uns nach Phong Nha bringt, unserer ersten Station in Nordvietnam.

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Autor: Lisa

enjoy your journey!

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