Schöne Tage im mexikanischen Kolonialstädtchen Valladolid

Valladolid – viele nutzen diese Stadt nur zur Durchreise oder als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Schließlich liegt es zentral in Yucatán und dient somit als Verkehrsknotenpunkt zwischen beliebten Städten (Cancún, Playa del Carmen, Tulum, Merida) und Sehenswürdigkeiten wie Chichén Itzá oder einigen Cenoten. Diese Stellung wird besonders rund um den Hauptplatz Parque Francisco Canton Rosado deutlich, um den sich viele Fernbusse tummeln. Doch wir finden, die von den Spaniern errichtete Kolonialstadt aus dem 16. Jahrhundert hat viel mehr zu bieten!

Ankunft und erste Eindrücke

Von Tulum aus erreichen wir unser neues Ziel innerhalb von nur 1,5 Stunden mit dem ADO Bus am späten Nachmittag. Nachdem wir unsere neue Unterkunft, das Hostal Gayser, bezogen haben, bleibt also noch genug Zeit für einen ersten abendlichen Spaziergang durch das Stadtzentrum. Außerdem erfahren wir, dass beim Kloster Exconvento San Bernardino de Siena um 21 Uhr eine Lichtershow stattfinden soll (laut Hotelmitarbeitern täglich außer Mo & Di). Zunächst steuern wir den Zócalo an, wie die Hauptplätze hier genannt werden und der gerade mal 5 Minuten von unserer Unterkunft entfernt ist. Schon während des kurzen Spaziergangs fallen einem die kleinen bunten Häuser ins Auge, in denen die noch kleineren Maya-Nachfahren leben.bunte Gassen Valladolid

Im und rund um den Parque Francisco Canton Rosado herrscht reges Treiben, von Hektik fehlt zum Glück trotzdem jede Spur. Viele Einheimische schlendern an diesem Samstagabend umher und schlecken ein Kokoseis vom Stand um die Ecke, während die Kinder rumtoben.Parque Valladolid

Buntes Treiben in Valladolid
Springbrunnen im Park von Valladolid

Vom Park bietet sich einem außerdem ein toller Blick auf die hübsche Iglesia de San Servacio, die auch nach Sonnenuntergang definitiv noch ein schöner Anblick ist.Blick auf die Kirche Valladolid

Iglesia Valladolid

Sonnenuntergang Valladolid

Wir schlendern weiter durch die bunten Gassen von Valladolid und durchqueren die nette Fußgängerzone Calzada de los Frailes mit ihren Cafés, Restaurants und Kunstgalerien. Anders als erwartet, ist hier nicht viel los und viele Läden haben sogar geschlossen.

Wir vermuten, dass dies mit dem „Ley Seca“ („trockenes Gesetz“) zusammenhängt, nach dem man am Tag vor der Wahl und der Wahl selbst in Mexiko keinen Alkohol ausschenken oder verkaufen darf. Und ja, genau so ein Tag ist heute.

Folgt man der Fußgängerzone, kommt man automatisch zum Vorplatz des Exconvento San Bernardino de Siena. Hier findet man den bunten Schriftzug von Valladolid, wie es ihn hier in jeder touristischen Stadt gibt.Schriftzug Valladolid

Spektakel am Abend: Lichtershow beim Exconvento San Bernardino de Siena

Als wir den Vorplatz gegen halb neun erreichen, haben auf dessen Mauer schon viele Einheimische Platz genommen, die ebenfalls auf die Lichtershow warten. Überraschenderweise geht es dann auch um Punkt 21 Uhr los! Hatten wir nur mit ein paar bunten Scheinwerfern gerechnet, die das Gebäude etwas in Szene setzen, werden wir jetzt mit einer aufwendigen Multimediashow überrascht, die die Geschichte der Mayas, Valladolids und des Klosters nacherzählt. Absolut empfehlenswert und sicher nicht nur für Kinder beeindruckend.

Am nächsten Tag führt uns unser Spaziergang in Valladolids Viertel La Candelaria mit seiner gleichnamigen, ziegelroten Kirche.Iglesia Candelaria Valladolid

Die bunten Wohnhäuser in der kleinen Gasse am gegenüberliegenden, kleinen Park haben es mir besonders angetan.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Valladolid

Rund um Valladolid befinden sich gut ein Dutzend Cenoten, wie wir zuvor auch schon eine in Tulum besucht haben. Am meisten besichtigt sind wohl die beiden sich gegenüberliegenden Cenoten Dzitnup (auch bekannt als Xkeken) und Samula, gerade mal 7 km südwestlich von Valladolid.

Cenote-Dzitnup-Valladolid
Bildquelle: http://cenotesmexico.org/cenote-dzitnup/; Abruf am 05.07.2018

Aber auch die weniger frequentierten Cenoten Agua Dulce oder Suytun sind sicher einen Ausflug wert. Um die Cenoten in der Umgebung zu erkunden, mietet man sich entweder ein Taxi, einen Roller (z.B. bei Scooter Rent in der Calle 41) oder, wer sportlich unterwegs ist, ein Fahrrad.

Wer von Maya-Ruinen noch nicht genug hat, kann sich die Stätte Ek Balam etwa 25 km nördlich von Valladolid ansehen. Das Besondere ist, dass die Details der Steinhauerei noch sehr gut erhalten bzw. restauriert sind und dass man einige der Ruinen besteigen darf. Außerdem ist die Lage mitten im Wald toll.

Unser Fazit – das mexikanische Kolonialstädtchen Valladolid

Valladolid hat uns wirklich positiv überrascht. Auch, wenn man die Hauptsehenswürdigkeiten rund um den Zócalo innerhalb weniger Stunden „abhaken“ kann, so lohnt sich trotzdem ein Aufenthalt von mehreren Tagen. Man kann ewig lange durch die Gassen der Altstadt schlendern und wird dennoch immer etwas neues entdecken. Die freundlichen, stets grüßenden Einwohner machen den Spaziergang noch schöner und auch den lokalen Spezialitäten von Valladolid sollte man genügend Aufmerksamkeit schenken. Wem das nicht reicht, der kann immer noch Ausflüge in die Umgebung, z.B. Ek Balam oder den vielen Cenoten unternehmen.

3 Kommentare

  1. Hallo Lisa und Markus!
    Wir genießendie kurzweiligen und unterhaltsam geschriebene Berichte von eurer Weltreise. Gerade liege ich an der Schlicht und stelle mir vor wie es sich anfühlt, in einem Cenote zu schwimmen.

    Eure Berichte machen Lust auf mehr und ich möchte gerne mal abseits des Pauschaltourismus solche Dinge erleben.

    Viele Grüße aus Maudach nach Mexiko (oder wo immer ihr gerade seid)

    1. Hallo Joachim,
      wie schön, von euch zu hören! Wir freuen uns, wenn wir euch mit unseren Berichten auf unserer Reise alle ein Stück „mitnehmen“ können.
      Schlicht klingt natürlich auch toll, da würde ich mir jetzt auch den ein oder anderen Schorle an der Beachbar schmecken lassen 😉 Genießt die Sommertage in der Pfalz!
      Grüße aus Mexiko

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