Kambodscha, 09. – 22. Dezember 2015

Inhalte des Beitrags
1. Hintergrund & Organisation
2. Hauptstadt Phnom Penh: Central Market, Genozidmuseum und Russian Market
3. Entspannen in Sihanoukville
4. Siem Reap und die Tempel von Angkor

Von den 4000 Islands in Laos kommend, erreichen wir am Abend nach diversen Boots- und Busfahrten die Hauptstadt von Kambodscha: Phnom Penh.

Das Visum haben wir uns bereits im Voraus postalisch über die kambodschanischen Botschaft besorgt. Ein touristisches Visum für 30 Tage mit einmaliger Einreise kostet 54,95 EUR. Aktuelle Infos findest du auf der offiziellen Website.

Das Land hat eine eigene Währung: Kambodschanische Riel. Doch aufgrund der geringen Wertigkeit wird sehr viel mit USD gezahlt. Viele ATMs geben sogar nur USD aus.

Bei unserer Ankunft ist es bereits dunkel, der Busbahnhof ist ziemlich heruntergekommen und es riecht alles andere als gut. Davon lassen wir uns so schnell nicht abschrecken, wir freuen uns einfach nur auf etwas Schlaf.

Daran ist in unserer Unterkunft 11 Happy Backpackers jedoch nicht zu denken, denn auf der Roof Top Bar wird gefeiert was das Zeug hält. Nun gut, wir gesellen uns dazu…

Am nächsten Tag machen wir einen Spaziergang zum nahe gelegenen Central Market der Stadt, wo uns allerhand gebratenes Krabbelgetier erwartet. Das skurrilste sind wohl die gebratenen schwarzen Vogelspinnen. Im Gegensatz zur Made in Laos können wir hier unseren Ekel nicht überwinden und das ist auch gut so.

Im Anschluss bringt uns ein Tuk Tuk zum Olympiastadion, in dem am kommenden Samstag das Endspiel der kambodschanischen Fußballliga stattfinden soll. Tickets dafür können wir leider erst am Samstag erwerben. Immerhin kann Markus im Fanshop seine Trikotsammlung erweitern.

Nach dem ersten Tag können wir festhalten, dass Phnom Penh nun wahrlich keine Perle ist.

Erschreckend und bedrückend: das Genozidmuseum

Den Mittag des nächsten Tages verbringen wir im Tuol-Sleng-Genozidmuseum, das eindrucksvoll die Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot verbildlicht. Von extremistischem Kommunismus geprägt, unternahm Pol Pot den Versuch, Kambodscha in einen Agrarstaat umzuwandeln. In diesem Rahmen sollten die „Intellektuellen“ des Landes weitestgehend eliminiert werden. Hier sei ergänzt, dass man bereits als Intellektueller galt, wenn man nur lesen oder schreiben konnte. Die Gesamtzahl der Opfer des Genozids in Kambodscha lag nach Schätzungen bei über zwei Millionen.

Das Museum ist in das ehemalige Gefängnis integriert, in dem noch bis Mitte / Ende des 20. Jahrhunderts (!) etwa 30.000 Kambodschaner gefangen gehalten und gefoltert worden sind. Nur sieben Überlebende gingen aus dieser Opferzahl hervor. Zwei davon waren auf dem Gelände des Museums persönlich anwesend, um als Zeitzeugen zu berichten.

Der Besuch des Museum ist absolut empfehlenswert und wichtig, um das Land und dessen Bewohner besser verstehen zu können – nicht nur für Geschichtsinteressierte. Inklusive Audioguide, den es auch auf Deutsch in guter Qualität gibt, kostet der Eintritt 8 USD.

Generell wird empfohlen, in diesem Zusammenhang auch die Killing Fields (Choeung Ek) zu besichtigen, die nur wenige Kilometer südlich der Hauptstadt liegen. Leider haben wir dies zeitlich nicht mehr geschafft. Du warst schon dort? Dann teile uns gerne deine Erfahrungen mit!


Weitere Sehenswürdigkeiten im Zentrum Phnom Penhs

Am folgenden Samstag besuchen wir am Mittag den Russian Market. Hier findet man wirklich alles – von Kleidung über Schmuck, Lebensmittel, Technik bis hin zu KfZ-Teilen. Sowohl Einheimische, als auch Touristen trifft man hier an. Wir hatten Glück und haben einige hübsche Souvenirs gefunden, wie bspw. Geschirr, Essstäbchen, Lampions, Gemälde und anderes Kunsthandwerk. Der Markt ist überdacht und es gibt auch einige Essensstände, was zur Folge hat: enge Gänge, hohe Temperaturen, intensive Gerüche. Ein interessantes Erlebnis für alle Sinne!

Abends geht`s dann endlich ins Olympiastadion zur kambodschanischen Meisterschaft zwischen Phnom Penh Crown FC und Nagaworld FC. Den Spielbericht zu der heißen Partie findest du bald in unserer Groundhopping-Kategorie.

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Bereits am nächsten Tag verlassen wir Kambodschas Hauptstadt gen Westen und erreichen nach fünfstündiger Busfahrt die Küstenstadt Sihanoukville.


Sihanoukville

Vor unserer letzten Station Siem Reap mit den Angkor Tempeln gönnen wir uns in Sihanoukville einen Bungalow in Strandnähe. Hier verbringen wir drei entspannte Tage am Strand. Mit dem Sleeping Bus steuern wir schließlich unser letztes Ziel an. Der Bus fährt wieder retour über Phnom Penh – eine Direktverbindung existiert 2015 nicht.


Siem Reap

Am frühen Morgen erreichen wir Siem Reap. Nach ein paar Stunden Schlaf erkunden wir die Umgebung mit der belebten Pub Street und dem Night Market.

Highlight und Grund für die vielen Touristen in der Stadt ist natürlich die Nähe zu den berühmten Angkor Tempelanlagen.

Früh am folgenden Tag kaufen wir uns einen 3-Tages-Pass für die Anlagen. Dieser ist dann insgesamt für sechs Tage gültig, innerhalb derer man drei Besuchstage auswählen kann. Der Pass ist personalisiert und sogar mit einem Foto versehen, dass vor Ort am Ticketschalter geschossen wird. Für den Pass haben wir 2015 40 USD gezahlt und die Anlagen sind von 5.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Im Internet lese ich, dass der Preis für einen 3-Tages-Preis seit 01.02.2017 bei 62 USD liegt.

Man sollte sich unbedingt ausreichend Zeit für die Besichtigung nehmen. Die Temperaturen sind hoch und es gibt nicht all zu viel Schatten. Auf dem rund 1000 km² großen Gebiet gibt es mehrere Einzeltempel zu sehen. Von ehemals 600 Tempeln sind heute noch knapp 100 Ruinen erhalten.

Eine Erkundung des gesamten Geländes ist zu Fuß ist aufgrund der Größe nicht möglich. Wir haben uns daher jeden Tag ein Tuk Tuk gemietet und uns zu den unterschiedlichen Tempeln fahren lassen. Mit dem Tuk Tuk-Fahrer kannst du dann eine Zeit vereinbaren und er wird auf dich warten, während du dich in Ruhe umsehen kannst.

Nachdem wir uns also einen Pass für drei Tage gekauft haben, besuchen wir am ersten Tag fünf Tempel, die etwas außerhalb und recht weit voneinander entfernt liegen. Mit dem Tuk Tuk sind diese aber absolut stressfrei zu erreichen.

Angkor Wat

Schon am kommenden Tag möchten wir den wohl bekanntesten und größten (nicht aber ältesten) der Tempel – Angkor Wat – besuchen. Schön soll das besonders zum Sonnenaufgang sein. Das frühe Aufstehen hat noch zwei weitere Vorteile: es ist noch nicht so heiß und es sind noch keine Reisebusse unterwegs. Dennoch ist die Wiese vor Angkor Wat bereits um 5.30 Uhr gut besucht und jeder sucht einen Platz, um das perfekte Foto knipsen zu können. Kleiner Tipp: Taschenlampe mitnehmen – es gibt keine Laternen und auf der Wiese ist es vor Sonnenaufgang stockdunkel.

Je nachdem, wie intensiv man sich mit Angkor Wat und den vielen Infotexttafeln beschäftigt, kann man hier mühelos mehrere Stunden verbringen.

Am Mittag haben wir dann noch Zeit, einen weiteren Tempel zu besuchen: Angkor Thom, auch Bayon genannt. 200 Steingesichter sind hier in die Mauern des Tempels aus dem 13. Jahrhundert eingearbeitet und teilweise sogar noch sehr gut erhalten.

Den kommenden Tag, der zugleich unser letzter in Kambodscha ist, nutzen wir noch zur Erkundung der Ta-Prohm-Ruine, einem ehemals buddhistischen Kloster, das mittlerweile von Urwaldpflanzen umklammert wird. Es sieht nahezu so aus, als würde die Natur die Ruine mit der Zeit in sich verschlingen – ein tolles Spektakel! Darüber hinaus ist diese Stätte bekannt aus dem Film „Lara Croft – Tomb Raider“, da hier einige Szenen davon gedreht worden sind. Gebaut wurde das Kloster bereits zum Ende des 12. Jahrhunderts zur Zeit von König Jayavarman VII.

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Am nächsten Tag endet unsere dreimonatige Reise und wir fliegen ab Bangkok über Singapur zurück nach Frankfurt. Zwei Tage vor Weihnachten sind wir also wieder zuhause bei unseren Familien und Freunden.


Unsere Tipps auf einen Blick:

  • Touristenvisum wenn möglich im Voraus über die kambodschanische Botschaft in Berlin kaufen
  • In Kambodscha wird häufig mit USD gezahlt – am besten daher auch am ATM USD abheben
  • Der Besuch des Tuol-Sleng-Genozidmuseums in Phnom Penh ist ein Muss
  • Nimm` dir ausreichend Zeit für die Angkor-Tempel und erkunde das Gebiet am besten per Tuk Tuk

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