Ein Hauch von Winter in Wien

Inhalte des Beitrags
1. Hintergrund
2. Äußerer Bezirk: Schloss Belvedere, Botschaftenviertel, Schwarzenbergplatz, Karlskirche & Wiener Musikverein
3. Innerster Bezirk: Hotel Imperial, Opernhaus, Hotel Sacher, Habsburger Kruft, „Steffl“ & Hofburg
4. Nightlife über den Dächern Wiens: Das 25hours Hotel

Denkt man an Wien, kommen einem wohl als erstes der Opernball, Sisi und Sachertorte in den Sinn. Doch Österreichs 2-Millionen-Metropole hat noch mehr in petto. Begleite mich durch die geschichtsträchtige Hauptstadt!

Im Rahmen eines geschäftlichen Meetings verschlägt es mich diesmal mit meinem Team für drei Tage nach Wien. Unser Hotel, der neu eröffnete Komplex von ibis und Novotel, liegt nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Diesen erreicht man vom Flughafen in nur 15 Minuten mit dem railjet und das Ticket dazu ist direkt am Airport für knapp 4 EUR erhältlich.

Das Viertel rund um den Hauptbahnhof befindet sich gerade im Umschwung, überall entstehen neue Hotels und moderne Bürogebäude. Am letzten Abend brechen mein Team und ich zu einer Stadttour zu Fuß auf.


Sightseeing

Äußerer Bezirk – Schloss Belvedere bis Schwarzenbergplatz

Als wir an diesem Mittwoch im November von unserem Hotel aus starten, ist es bereits dunkel. Dick eingepackt bei knapp 4 Grad Celsius herrschen die perfekten Voraussetzungen für einen Spaziergang in vor-weihnachtlicher Atmosphäre.

Gleich zu Beginn steuern wir eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Wiens an: das Schloss Belvedere. Leider können wir das Gelände nicht mehr betreten, da wir erst kurz vor Schließung um 18 Uhr dort ankommen. Jedoch haben wir die Möglichkeit, einen Teil des Schlosses vom Seiteneingang in der Prinz-Eugen-Straße zu begutachten.

Prinz Eugen von Savoyen (auch bekannt als Prinz Eugen, der edle Ritter) ließ dieses Schloss im 17. Jahrhundert als Sommerresidenz errichten. Im Oberen Belvedere hat man einen tollen Blick über die herrliche Gartenanlage im Schlosshof – daher der Name „Belvedere“ (Schöne Aussicht). Dies diente Prinz Eugen als Feierlokalität und zum Ausstellen seiner exklusiven Kunstsammlung. Das Schlafgemach befand sich hingegen im Unteren Belvedere auf der anderen Seite des Gartens. Ein anderes Highlight in der Geschichte des Schlosses: der „Junggesellinnenabschied“ von Marie Antoinette in der Zeit der Habsburger. War sicher eine wilde Party 🙂

Heute ist im Schloss ein Museum integriert, in dem unter anderem die Gemälde von Gustav Klimt und sein bekanntestes Werk – „Der Kuss“ – ausgestellt sind. Die schöne Gartenanlage, die man kostenfrei betreten kann, nutzen nicht nur Touristen gerne für einen Spaziergang. Von etwa 15 in Wien verbliebenen Palais und Residenzen ist das Belvedere eines der größten.

Weiter geht es durch das Botschaftenviertel bis zum Schwarzenbergplatz. Hier steht man vor einem Denkmal, das von den Einheimischen falscherweise auch „Russendenkmal“ genannt wird. In Wirklichkeit erinnert es jedoch an die gefallenen sowjetischen Soldaten im zweiten Weltkrieg. Vor der Statue ist ein Brunnen zu sehen, aus dem im Sommer einen große Fontäne in die Höhe schießt. Dies ist nicht nur schön anzusehen, sondern gleichzeitig auch ein Symbol für die erstklassige Wasserqualität in Wien: Zwei Leitungen transportieren alpines Hochquellwasser in die österreichische Hauptstadt.

Auf der anderen Straßenseite schaut man auf das hübsche Gebäude der französischen Botschaft. Übrigens das einzige Land, das speziell für die Botschaft ein neues Gebäude errichten ließ. Alle anderen Botschaften haben sich in bereits existierenden Gebäuden niedergelassen.

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Äußerer Bezirk – Karlskirche und Wiener Musikverein

Wir setzen unseren Spaziergang fort und stehen bald vor der Karlskirche. Auf dem Vorplatz laufen bereits die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt auf Hochtouren. Das barocke Bauwerk begeistert auch von innen durch seine hübschen Fresken und die Helligkeit dank der großen Fenster. Empfehlenswert ist sicher auch der Blick von oben: ein Lift bringt die Besucher nach oben bis zur Kuppel. Das letzte Stück kann dann zu Fuß erkundet werden und man kommt den Fresken dabei außergewöhnlich nah. Doch der Lift wird nicht mehr lange in Betrieb sein – also auf nach Wien zur Karlskirche 😉

Unsere nächste Station ist das Haus des Wiener Musikvereins. Hier findet jedes Jahr am 1. Jänner das bekannte Neujahrskonzert durch die Wiener Philharmoniker statt, das in über 90 Ländern der Welt übertragen wird.

Wie man an Karten kommt?

Wenn man nicht gerade zu den oberen 10.000 mit Rang und Namen gehört, hat man als „Normalsterblicher“ die Chance, an einer Lotterie teilzunehmen und die begehrten Tickets zu gewinnen. Es gibt darüber hinaus noch andere Möglichkeiten, doch diese sind ein gut gehütetes Geheimnis…

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Innerster Bezirk – Opernball und Sacher

Nur wenige Meter weiter stehen wir an der Ringstraße, die 5 km umfasst und einmal um den innersten Bezirk Wiens führt. Hier ist auch das Hotel Imperial beheimatet, in dem regelmäßig Prominente und Staatsleute aus aller Welt absteigen. Neben dem Hotel Sacher das bedeutendste Hotel der Stadt.

Unser Spaziergang führt uns nun die Ringstraße entlang bis zum Opernhaus, wo jedes Jahr am Donnerstag vor Aschermittwoch der sagenumwobene Wiener Opernball zelebriert wird. Eine weitere Besonderheit: im Opernhaus gibt es kein festes Programm, jeden Tag wird eine andere Vorstellung präsentiert.

Wir müssen nur einmal die Straße überqueren, um vor dem legendären Hotel Sacher zu stehen, wo vor Jahrhunderten die gleichnamige Torte kreiert worden ist. Noch heute stehen Besucher ewig in der Schlange, um im Café einen Tisch zu ergattern, an der Theke Souvenirs zu kaufen oder einfach nur, um mal drin gewesen zu sein. Dabei ranken sich heiße Diskussionen, wo es in Wien die beste Sachertorte gibt. Denn anders als viele denken, ist das Hotel Sacher nicht der einzige Ort, an dem man die österreichische Spezialität ergattern kann.

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Innerster Bezirk – Steffl, Sisi und Pferde

Vorbei an der Habsburger Kruft, in der über hundert Habsburger (darunter auch Franz und Sissi) begraben liegen, erreichen wir alsbald den Stephansdom (Steffl). Interessanterweise wurde das gotische Bauwerk auch nach drei Jahrhunderten Bauzeit nie fertiggestellt. Lediglich der Bau des Südturms wurde abgeschlossen. Etwa 40% des heutigen Doms wurden allein in den 50er und 60er Jahren erstellt, nachdem ein Feuer im Krieg große Teile zerstört hatte. Der Dom aus Sandstein ist hübsch anzusehen, gilt als Wahrzeichen Wiens und wird auch als Österreichs Nationalheiligtum bezeichnet. Berühmtheiten wie Mozart oder Johann Strauss feierten hier Hochzeit.

Durch exklusive Einkaufsstraßen mit Boutiquen und edlen Juwelieren schlendern wir weiter zur Hofburg, der ehemaligen Kaiserresidenz der Stadt. Diese beherbergt heute das Sisi-Museum und man kann die Kaiserappartements sowie die Silberkammer besichtigen. Teil der Hofburg ist auch die Stallburg, in der heute die schneeweißen Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule untergestellt sind. Mit etwas Glück kann man sogar einen Blick in deren Boxen im Arkadenhof werfen.

Nach einem Gang durch die großflächige Hofburg erblicken wir das toll belichtete Rathaus und passieren das MuseumsQuartier gegenüber des Maria-Theresien-Platzes. An dieser Stelle endet unsere offizielle Stadttour, doch der Abend für uns noch lange nicht…

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Bye bye Tradition & Geschichte – hello Lifestyle & Moderne

Den Abschluss machen wir im nahe gelegenen Hotel 25hours, einer recht neue Lifestyle-Hotelmarke. In der DACH-Region gibt es bisher zwölf Stück, doch die Kette kommt an und will stark expandieren. Jedes der Hotels glänzt mit einem individuellen Thema: In Wien steht alles unter dem Motto Bunte Zirkuswelt. Neben speziellem Design, einem coolen F&B-Konzept und crazy Personal begeistert vor allem eins: der stadtbekannte „Dachboden“.

Die Roof-Top-Bar bietet jedoch mehr als nur einen tollen Blick über Wien und ausgefallene Drinks. Das wohnzimmerartige Flair, unterstützt durch stilechte Möbel und Accessoires aus den 50er Jahren, wird durchkreuzt von bunten Elementen aus der Zirkuswelt. In der Ecke wartet ein Tierkäfig, Jonglierkegel hängen von der Decke, große Scheinwerfer spenden Licht und bunte Teppiche zieren den kargen Betonboden. Dazu wird getanzt bis die Bude wackelt: Junge Männer mit Baskenmützen, Schnauzern und Hosenträgern wirbeln junge Ladies in ausgestellten Röcken über die Tanzfläche: RocknRoll wie aus dem Bilderbuch! Die Stimmung ist heiß und das an einem gewöhnlichen Mittwochabend. Hut ab!

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Autor: Lisa

enjoy your journey!

5 Kommentare

  1. Bitte kommt noch einmal wieder. bitte bitte bitte!
    Denn: Wien ist doch noch viel mehr, als die Innere Stadt. Die Metropole, die aus 23 Bezirken besteht, hat Dir viel mehr zu bieten. Und auch innerhalb des Rings, habt ihr leider nicht wirklich alles entdeckt. Den Volksgarten zum Beispiel. ein kleines Stück weiter – an der Karlskirche vorbei, den Naschmarkt, an dem man Samstags herrlich über den Flohmarkt bummeln und in den vielen kleinen Restaurants etwas Essen kann. Ganz abgesehen von den vielen lautstarken und frechen Händlern – der ganze Stolz Wiens.
    Den uralten Karmeliter Markt, mit seinen koscheren Restaurants, die Judengasse mit der Kirche aus dem 9ten Jahrhundert. Kein Besuch am Prater?
    Sisi Fans stürmen auch nicht nur Schönbrunn, sondern pilgern durch den Lainzer Tierpark (nicht zu verwechseln mit dem Zoo bei Schönbrunn), in die Hermes Villa, dem Jagdschlösserl des Kaisers, die eine Dauerausstellung der Kaiserin zeigt. Hier kannst Du auch ihr Kokain Besteck besichtigen (wurde ihr gegen Depressionen verschrieben) und sich einen Eindruck von ihrer Wespentaille anhand der ausgestellten Kleider machen.
    Jetzt wird es etwas morbid aber auch interessant und HIER braucht man wirklich Glück für Karten: Die dritte Mann Tour durch die Kanalisation. Den Friedhof der Namenlosen in Aspern, wo es eindeutig spukt. Gerade im November… wenn die Nebel von den Donauauen über die Gräber ziehen..Die kleinen Jugendstil Gruften des Wiens zur Jahrhundertwende am Zentralfriedhof in dem viele berühmte Künstler, Musiker und Politiker liegen.
    Der Grüngürtel, unser Naherholungsgebiet mit den vielen Heurigen, Neustift am Walde mit dem Schreiberhaus, das geliebte Cobenzl, hoch über Wien. Überteuert aber dafür einen Blick über die Stadt, der seinesgleichen sucht.
    Die Strandbäder an der Donau.
    Die Votivkirche mit ihrer phantastischen Akustik, die jedes Jahr die Harlem Gospel Singer anlockt. Die Mexico Kirche, am Ufer der neuen Donau, der Kopp Wirt in der Engertstraße, in dem es das beste Schnitzel der Stadt gibt, für wenig Geld. Ihr hattet einfach zu wenig Zeit – eindeutig. Kommt bitte noch einmal. Wenn ich Zeit hab, führe ich euch durch ein völlig anderes Wien. Mein Wien und so wie ich mir wünsche, dass es auch Du als Touristin einmal so erlebst um es wirklich zu verstehen.

    1. Hallo Röttchen,
      zunächst einmal WOW für die Zeit, die du dir für den Kommentar genommen hast und ein ganz herzliches Dankeschön für deine vielen tollen Tipps zu deiner Heimat!
      Du hast absolut Recht, wir hatten bei weitem nicht genug Zeit, um all die schönen Ecken von Wien zu entdecken. Die oben genannten Stopps haben wir auf einer 2-stündigen Sightseeing-Tour „abgeklappert“ und für mehr hat es leider nicht gereicht. Die Reise war ja geschäftlicher Natur, da ist leider nicht immer genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge 😉
      Mehr als gerne komme ich wieder und sehe mir das „andere Wien“ auch noch an!
      Ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
      Lisa

  2. Ein zauberhafter Beitrag! Danke, dass du damit an der Blogparade teilgenommen hast. Ich werde sicher bei einem zukünftigen Wienbesuch die Roof-Top-Bar einmal besuchen 😉 Liebe Grüße Yvonne

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