Olympiastadion Rio de Janeiro – irgendwie seltsam

17.09.2017, Estádio Olímpico João Havelange, Brasilianische Serie A

Botafogo Rio de Janeiro – FC Santos 2:0

Drumherum

Nach dem Achtelfinale des Copa Sudamericana im Maracana, ist unser zweites Spiel in Rio de Janeiro nun ein Ligaspiel der Brasilianischen Serie A. Es findet im Stadion der olympischen Sommerspiele von 2016 statt. Für den Ground existieren alternative Bezeichnung wie „Engenhão“ (bezieht sich auf das Stadtviertel) oder auch „Estádio Nílton Santos“ (nach einer Vereinslegende von Botafogo benannt). Vor Ort fällt mir auf, dass die Kurven hinter den Toren etwas unfertig aussehen. Als hätten die Erbauer sich dafür entscheiden nur den Unterrang fertigzustellen. Nach kurzer Recherche wird klar: Für die Olympiade wurden die Kurven aufgestockt und danach wieder verkleinert. Geblieben sind die Gerippe aus Beton.

Ich bin froh, ein Spiel dieser Kategorie zu sehen. Immerhin treffen zwei brasilianische Traditionsvereine aufeinander. Für den FC Santos haben der legendäre Pelé sowie Neymar, Zé Roberto, Robinho und Diego gespielt. Außerdem gewann man achtmal die Meisterschaft, dreimal die Copa Libertadores und auch zweimal den Weltpokal. Botafogo wurde zweimal Meister und ist Heimat einiger Weltmeister der Jahre 1958, 1962 und 1970.

Wie kommt man zum Olympiastadion in Rio de Janeiro?

Das Stadion ist deutlich weiter vom Zentrum bzw. der Copacabana entfernt als das Maracanã. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man ca. eine Stunde bis zum Stadion. Auch vom Stadtteil Botafogo selbst. Aufgrund einer Mischung aus Bequemlichkeit und Zeitdruck entscheiden wir uns, mit dem Taxi zum Stadion zu fahren. Gute 50 Minuten und mehrere Staus später sowie 30 Euro weniger in der Tasche kommen wir am falschen Ende des Stadions raus. Es empfiehlt sich also doch, die Metro-Verbindungen genauer zu checken, um zumindest günstiger zu bleiben.

Wo haben wir die Tickets gekauft?

Direkt am Stadion. Tickets können auch nur vor der jeweiligen Tribüne gekauft werden. Also laufen wir auf die andere Seite des Stadions, weil wir in den Heimbereich wollen. Vorab habe ich mich hier über die Ticketpreise und die Tribünen informiert. Weitere Informationen kann man auch hier abrufen: http://www.botafogo.com.br/estadioniltonsantos/ingressos.php

Vor und während des Spiels

Um Lisa für die jeweilige Partie einzustimmen oder auch die Wartezeit vor dem Anpfiff zu überbrücken, schaue ich mir vorab die Spielerkader der Kontrahenten an. Wenn ich bekannte Namen finde und dazugehörige Infos kenne, dann gibt es ein kurzes Briefing für Lisa (ob sie will oder nicht). So auch dieses Mal. Große Namen sucht man bei Botafogo allerdings vergeblich. Allein der ehemalige brasilianische Nationaltorhüter Jefferson ist mir bekannt. Der saß beim legendären 7:1 in Belo Horizonte auf der Bank.

Beim FC Santos erkenne ich Bruno Henrique wieder. Der war in Wolfsburg eher mäßig erfolgreich, hat dabei aber einmal Real Madrid schwindlig gespielt. Auch Ricardo Oliveira und Nilmar sind Kennern ein Begriff. Star des FC Santos ist der aktuelle Nationalspieler Lucas Lima. Den hätte es im Sommer fast nach Barcelona gezogen.

Das Blöde: keiner dieser Jungs spielt. Denn beide Teams waren am vorherigen Donnerstag in der Copa Libertadores (südamerikanische Champions League) im Einsatz.

Nun gut, gespielt wird trotzdem und auch ein paar hundert Anhänger des FC Santos haben es zum Spiel geschafft. Nach den olympischen Spielen haben die Gastgeber die Sitze ausgetauscht. Aus Blau wurde Schwarz-Weiß, wobei mehr Schwarz als Weiß verwendet wurde. Seltsame Farbe für Tribünensitze. Und dann gibt es auch noch die Laufbahn und andere Leichtathletikanlagen…

Letztlich ist Santos für einen Tabellendritten erschreckend harmlos, was wohl an den fehlenden Stars liegt. Nur zu Spielbeginn bestimmt der Favorit das Spiel. Mit zunehmender Spieldauer kann sich Botafogo befreien und wird gefährlicher. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause entscheiden die Gastgeber das Spiel. Die Fans singen und feuern die Mannschaft an und sind trotz ihrer geringen Zahl recht laut. Es ist kein hochkarätiges Spiel und das Tempo eher niedrig. Botafogo kommt auch in der zweiten Halbzeit zu ein paar Chancen und fährt einen verdienten Heimsieg ein. Die 5780 Zuschauer gehen nach Hause.

Da spielt nun Botafogo als Mieter in einem zu großen Stadion mit Laufbahn und weit von zu Hause entfernt. Irgendwie seltsam…

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Autor: Markus

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