Honduras´ grüne Lunge: Nationalpark Pico Bonito

Es ist soweit, der erste Besuch aus der Heimat steht an. Nach fast vier Monaten sind meine Eltern die ersten, die den weiten Weg aus Deutschland auf sich nehmen. Am Flughafen von San Salvador nehmen wir die beiden in Empfang, verbringen eine kurze Nacht im Hotel Rancho Argueta und fliegen am nächsten Morgen weiter nach Honduras.

Reisegruppe Steil Honduras

Unser erstes Ziel ist der Nationalpark Pico Bonito nahe der Küstenstadt La Ceiba. Um meinen Eltern lange, unbequeme Busfahrten zu ersparen, fliegen wir zunächst mit der Avianca auf die Insel Roatan. Hier wartet dann nochmal ein Flug mit der Aero Sosa auf uns, der uns direkt nach La Ceiba bringen soll. Dauer: 20 Minuten, Passagierkapazität: 20, Innenraumlüftung: ausgefallen, die Blicke der Eltern: unbezahlbar. Und so beginnt das Abenteuer! Wir sitzen in der zweiten bzw. dritten Reihe und haben freie Sicht ins Cockpit, wo wir eine junge Frau ausmachen, die den Vogel steuert. Der ältere Copilot gibt ihr regelmäßig Anweisungen und Tipps. Ob sie wohl heute ihren ersten Passagierflug absolviert?

Heil in La Ceiba angekommen, gönnen wir uns ein Taxi zu unserer Unterkunft, den Villas Pico Bonito. Sobald wir die Stadt La Ceiba verlassen haben, führt nur noch eine Schotterpiste durch den Wald. Vereinzelt sieht man ein paar Hütten, sonst nichts. Nichts, was einen erfahrenen Backpacker aus der Ruhe bringt – meine Eltern scheinbar schon. Es ist still geworden im Taxi, keiner der beiden äußert sich, aber die Gesichter sprechen Bände: „Wo sind wir denn hier gelandet? Und wo soll hier noch ein schönes Hotel kommen?“

Nach 20 Minuten Taxifahrt dann die Erlösung. Wir werden von den Mitarbeitern in Empfang genommen und über das Areal geführt. Saftiges grün, gemischt mit bunten, exotischen Pflanzen so weit das Auge reicht. Dazwischen schlängelt sich ein schmaler Pfad hinunter zur Bar, dem Restaurant und dem Pool. Dieser liegt direkt an einem der fünf Flüsse des Nationalparks. Wir sind umgeben von herrlicher Natur und die ersten Kolibris lassen nicht lange auf sich warten. Ich sehe nicht nur Erleichterung, sondern auch Begeisterung in den Augen meiner Eltern. Na darauf erstmal vier Salva Vida! (honduranisches Bier)

Für vier Nächte dürfen wir ein kleines Häuschen mit zwei Schlafzimmern unser Eigen nennen. Am nächsten Morgen wollen wir die Gegend rund um das Hotel und am Flussufer zu Fuß erkunden. Immer mit von der Partie sind übrigens die beiden Schäferhunde Ace und Lexy, die uns während des gesamten Aufenthalts keine Minute aus den Augen lassen.Fluss Pico Bonito

Puh, ganz schön anstrengend, in der brütenden Hitze über die Felsen zu klettern! Der Pool bietet zum Glück die verdiente Abkühlung. Außerdem wollen wir vor dem nächsten Tag noch etwas die Beine hochlegen, denn wir haben uns für eine Wanderung durch den Nationalpark entschieden. Nach dem Abendessen auf dem Rückweg zu unserem Häuschen dann eine tierische Überraschung: in den Pflanzen nahe der Hotelküche schlängelt sich eine junge Boa Constrictor!


Wanderung durch den Pico Bonito Nationalpark

Um neun Uhr treffen wir unseren Guide Henry, der uns Honduras` Pflanzen- und Tierwelt näherbringen soll. Die beiden Hotelhunde sind natürlich auch wieder mit dabei. Etwa fünf Stunden werden wir unterwegs sein, Ziel soll ein Wasserfall sein. Zunächst müssen wir den Fluss überqueren – eine mehr oder weniger vertrauenserweckende Hängebrücke hilft uns dabei.

Auf der anderen Flussseite angekommen, beginnt unser Weg durch den Wald und allmählich wird es steiler. Wie immer ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, was die Wanderung zusätzlich anstrengend macht. Unser Guide Henry erklärt uns viel über Honduras und die einheimische Natur und weiß jede unserer Fragen zu beantworten.unterricht im dschungel

Nach einiger Zeit treffen wir auf einen kleinen Wasserlauf, aus dem Henry mit bloßen Händen einen Shrimp fischt. Ja, wir haben ihn wieder freigelassen!

Unterwegs passieren wir einige interessante Insekten wie Spinnen oder Tausendfüßler und bunte Schmetterlinge.

Bald darauf kommen wir zu einer Abzweigung, von der es bis zum Wasserfall nur noch 30 Minuten sind. Danach soll es hauptsächlich bergab gehen. Bevor wir vom Aussichtspunkt zum Wasserfall hinunterklettern, gönnen wir uns nochmal eine Verschnaufpause. Unten angekommen, gibt es frische Melone zur Stärkung, bevor wir uns auf den Rückweg machen.VerschnaufspauseWasserfall

Eine weitere Stunde geht es durch den Dschungel, wir entdecken wilden Kaffee, Kakao und jede Menge Bananen. Endlich sind wir wieder am Flussufer, jedoch befindet sich unser Hotel auf der gegenüberliegenden Seite und Brücke gibt es hier keine. Zum Schwimmen ist die Strömung zu stark, also wird sich an den Händen gepackt und gemeinsam durch das hüfthohe Wasser gewatet. Der krönende Abschluss! Nun heißt es nochmal über ein paar Felsen klettern und dann haben wir es geschafft. Hallo Muskelkater!


Ausflug zu den Garifuna nach Corozal

Da uns Henry als Guide begeistert hat, möchten wir auch am kommenden Tag nochmal etwas mit ihm unternehmen. Es geht nach Corozal, einem Küstenort der Garifuna. Die dunkelhäutige Volksgruppe geht aus der Vermischung von westafrikanischen Sklaven mit indigenen Kariben von der Karibikinsel St. Vincent hervor und ist heute in den USA und Zentralamerika verbreitet. Von La Ceiba aus fahren wir dem öffentlichen Bus bis Corozal, spazieren durch den Ort und verbringen den Tag in einer Bar am Strand. Die Fischgerichte sind einfach umwerfend!Garifuna

Am nächsten Tag verlassen wir das Festland und steuern die Insel Utila an.

enjoy your journey!

2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben,
    echt spannend was Ihr so erlebt. Genießt die Zeit und habt viel Spaß und Durst.
    Immer wieder schön etwas von euch zu lesen.
    Liewe Gries ah on moin Kussäng un soi Fra
    Andrea und Matthias aus Schifferstadt

    1. Hallo Andrea und Matthias, schön, von euch zu hören! Liebe Grüße vun doim Kussäng un soinre Fra zurick 😉 Die beiden fliegen morgen wieder nach Hause und für uns geht es dann weiter nach Costa Rica. Grüße von Roatan, Lisa und Markus

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