Rückblende 2015 : Kolumbien – Unser erstes Mal

Inhalte des Beitrags
1. Hintergrund
2. Hauptstadt Bogotá: Salzkathedrale in Zipaquirá & Cerro de Monserrate
3. Auf in den Amazonas-Regenwald: Leticia & Reserva Marasha Peru
4. Das schwarze Gold – Kaffeedreieck: Salento & Valle de Cocora
5. Karneval in Barranquilla
6. Abstecher in die Karibik: Cartagena, San Andrés y Providencia

Für mich ist es das erste Mal Backpacking überhaupt – ein ganz besonderes Gefühl, das immer in Erinnerung bleibt und einen prägt. Den ersten Rucksack kaufen, die neuen Trekkingschuhe im heimischen Wald einlaufen, platzsparend packen üben. Diese Mischung aus Vorfreude, Unwissen, Unsicherheit und Aufregung. Nicht wissen, was kommt und was einen erwartet. Ist man gut genug vorbereitet? Hat man an alles gedacht? Hat man die richtigen Dinge eingepackt? Was, wenn was schiefgeht?

Dann auch noch Kolumbien als erstes Ziel. Das Land, das über Jahrzehnte von Kriminalität, Drogenkämpfen rund um Pablo Escobar und Bandenkriegen geprägt war und teilweise noch heute mit diesem Image zu kämpfen hat.

Außerdem: das erste Mal Backpacking als Paar – wo wir doch noch gar nicht so ewig zusammen sind. Jeden Tag 24 Stunden zusammen verbringen – geht das gut? Geht man sich nicht irgendwann gegenseitig auf die Nerven und in Extremsituationen an die Gurgel?

Naja, wir werden sehen.

Also: Komm, wir machen das einfach!


Aber nun von Beginn an: Die Möglichkeit zu dieser Reise entstand durch ein Universitätsprojekt, zu dem ich mich im Spätjahr 2014 angemeldet hatte.

Ziel des Projekts: Nachhaltige Produktentwicklung in der Region – Wie kann der Tourismus in Kolumbien nachhaltig besser gestaltet werden? Dies soll in verschiedenen Teilprojekten in Zweiergruppen ausgearbeitet werden. Zum Abschluss lockt eine 14-tägige Exkursion nach Kolumbien, um die tatsächliche Situation vor Ort kennenzulernen und die Ergebnisse verschiedenen Leistungsträgern zu präsentieren.

Wow, wer kann da schon nein sagen?! Mitte Februar 2015 soll es also in der Unigruppe (ein Haufen junger Frauen, begleitet von zwei Professoren) für zwei Wochen in das große Land auf dem südamerikanischen Kontinent gehen. Ziemlich schnell kommt bei mir die Idee auf, schon früher nach Kolumbien zu reisen, um das Land individuell zu erkunden. Markus muss nicht lange überlegen und bald buchen wir unsere Flüge für Ende Januar – so haben wir zwei Wochen Zeit, bevor die Unigruppe aus Deutschland anreist.

Visa muss vorab übrigens keines besorgt werden. Bei Einreise gibt es einen Stempel in den Pass and that`s it!


Hauptstadt Bogotá

Mitten in der Nacht landen wir also am Flughafen von Bogotá. Die 8-Millionen-Hauptstadt liegt schon auf über 2600 Höhenmetern. Die Temperaturen sind daher mäßig, etwa 15 Grad durchschnittlich mit recht viel Niederschlag. Aufgrund der Höhe sollte man sich trotzdem vor der Sonne in Acht nehmen.

Ein Taxi bringt uns zu unserer Unterkunft Hostal Sue im historischen Viertel „Candelaria“. Letzteres wirkt in der Dunkelheit etwas unheimlich. Zwiespältige Gestalten streifen durch die Nacht. In den engen Gassen liegt viel Müll. Nach langer Suche kommen wir endlich an und fallen ins Bett.

Der Jetlag macht sich bemerkbar, denn schon wenige Stunden später sind wir  wieder wach. Erstmals erkunden wir also die Umgebung und saugen die ersten Eindrücke in uns auf. Ich erinnere mich noch genau an diesen ersten Tag. Ich war überwältigt – für mich war es eine komplett andere Welt!

Sofort verliebe ich mich in die frischen Jugos (Fruchtsäfte), die an jeder Straßenecke für wenig Geld angeboten werden. Hier lerne ich auch Empañadas kennen: frittierte Teigtaschen, je nach Wunsch gefüllt mit Reis, Käse, Fleisch, Fisch, Gemüse… Viele Einheimische verspeisen diesen schnellen Snack in der Mittagspause.

Übrigens: die Landeswährung sind Kolumbianische Pesos (COP). 1 EUR sind etwa 3570 Pesos (Stand: 01.12.2017). Zur Zeit unserer Reise war der Kurs noch 1: 2700.


Beeindruckend: die unterirdische Salzkathedrale

Schon am kommenden Tag steht der erste Ausflug an. Es geht ins ca. 40 km entfernte Zipaquirá zur Besichtigung der „Catedral de Sal“ (Salzkathedrale). Mit dem Bus sind wir etwa zwei Stunden unterwegs: zunächst fahren wir mit dem TransMilenio (DAS Metrobussystem in Bogotá) von der Station Las Aguas 45 Minuten bis zur Haltestelle Portal Norte. Hier steigt man dann am Steig „Interkomunale“ in den Bus ein, der das Zipaquira-Schild hinter die Windschutzscheibe geklemmt hat 😉

Dort angekommen, werden wir an einer viel befahrenen Straße rausgelassen. Am besten den Busfahrer nach dem Weg zur Kathedrale fragen. Ein einfaches „Catedral?“ genügt. Er wird ohnehin wissen, was du vorhast 😉

Der Weg zur Kathedrale führt zunächst durch das Zentrum Zipaquirás und ist insgesamt ca. 2 km lang. Wer jetzt an einen gemütlichen Spaziergang denkt, liegt falsch. Das Wort „Aufstieg“ trifft es besser. Kaum haben wir die engen Straßen der Altstadt verlassen, macht sich vor uns ein schmaler Weg mit Treppenstufen auf, der sich einen Hügel hinaufschlängelt. Schnell macht sich auch die dünne Höhenluft bemerkbar und alle paar Meter müssen wir eine Pause einlegen.

Oben angekommen kaufen wir unsere Tickets und steigen in die unterirdische Kathedrale hinab. Wirklich beeindruckend! Die Wände aus Salz sind von bunten Scheinwerfern angestrahlt, was eine mysteriöse Atmosphäre erzeugt. In den Tunneln ist der Kreuzweg nachempfunden. Später erfahren wir, dass man im Hauptraum der großen Kathedrale sogar heiraten kann. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie die ganze Hochzeitsgesellschaft (und besonders die Damen in Kleidchen und Stöckelschuhen) den Hügel erklimmen…

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Der Abstieg fällt uns dann natürlich deutlich leichter. Wir nutzen den Mittag noch, um die kleine Altstadt von Zipaquirá zu erkunden. In einem unscheinbaren Restaurant wollen wir Mittagessen. Unsere Spanischkenntnisse genügen, um eine Kartoffelsuppe mit Hühnchen auf der Karte zu identifizieren, die Markus sich als Vorspeise bestellt. Als die Schüssel kommt und Markus durch die trübe Suppe rührt, steigt langsam ein unförmiges Ding an die Oberfläche auf. Es sind drei Krallen zu erkennen und dann auf den zweiten Blick wird uns klar – das ist ein gekochter Hühnerfuß… Damit ist Markus satt…

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Cerro de Monserrate – Das Symbol der Stadt

Am nächsten Tag wollen wir auf den Cerro de Monserrate, den 3152 m hohen Berg südöstlich der kolumbianischen Hauptstadt. Da dieser von nahezu überall sichtbar ist, prägt er das Stadtbild stark und ist daher so etwas wie das Symbol von Bogotá.

Von unserem Hostel in der Candelaria können wir innerhalb von etwa 15 – 20 Minuten zur Talstation im Stadtviertel Santa Fe laufen, wo sich auch das Ticketoffice befindet. Wir entscheiden uns für die Gondel. Andere Möglichkeiten, den Berg zu erklimmen, sind eine Standseilbahn (ein kleiner Zugwaggon) oder ein Wanderweg. Letzterer ist gleichzeitig ein Kreuzweg und wurde und wird daher in erster Linie von Pilgern genutzt.

Am Gipfel angekommen gibt es einiges zu entdecken. Als erstes fällt natürlich der atemberaubende Blick über Bogotá auf, bei dem einem erstmals die Ausbreitung des Stadtgebiets bewusst wird. Auf der anderen Seite der Aussichtsplattform türmen sich die majestätischen Berge auf, die Teil der Anden sind. Leider ist es an diesem Tag bewölkt und ziemlich windig, was die Sicht etwas einschränkt.

In zwei verschiedenen Restaurants kann man sich stärken. Ein zusätzlicher Kiosk bietet kleine Snacks und Erfrischungen an. Ein weiteres Highlight auf dem Gipfel ist die weiß getünchte Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die man auch von innen anschauen kann.

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Den restlichen Tag nutzen wir für eine ausführlichere Besichtigung der Stadt. Dabei fällt mir immer wieder die besonders farbenfrohe Street Art ins Auge. An nahezu jeder verfügbaren Wand oder Mauer prangt ein buntes Graffiti.

Auch am Plaza de Bolívar, der im Herzen der Candelaria liegt, machen wir einen Stopp. Der Platz ist (wie vieles andere auch) benannt nach Simon Bolívar, einem südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer, der sich der spanischen Kolonialherrschaft widersetzte. Auf dem Platz ist ihm zudem eine Statue gewidmet. Besonders beeindruckt aber die Catedral Primada de Colombia aus dem 16. Jahrhundert. Weitere historische Gebäude, die den Platz umgeben, sind das Nationalkapitol und der Palast der Gerechtigkeit.

 

Abends zurück im Hostel stehe ich vor dem Spiegel und staune: totaler Sonnenbrand im Gesicht! Merke: Besuchst du den Monserrate auch bei schlechter Sicht – Sonnencreme muss in dein Gesicht!

 


Auf in den Amazonas-Regenwald!

Nach drei Tagen turbulenter Großstadt wollen wir in die Natur! Und was bietet sich dazu besser an, als der Amazonas? Der Regenwald, der mehr als die Hälfte des weltweit verbliebenen Tropenwaldes umfasst. Der Regenwald, der die größte Biodiversität aufweisen kann.

Von Bogotá fliegen wir mit der LAN nach Leticia, ganz im Süden des Landes an der Grenze zu Peru und Brasilien. Eine Verkehrsverbindung auf dem Landweg besteht nicht.

Allg. Hinweis zur Fortbewegung in Kolumbien: Lass dich auf der Karte nicht täuschen, denn du musst bedenken, dass Kolumbien flächenmäßig circa vier Mal so groß wie Deutschland ist! Dabei ist das Straßennetz natürlich nicht annähernd so gut ausgebaut. Die Anden, die sich durch den westlichen Teil des Landes ziehen, stellen ein weiteres Hindernis für den Transport auf dem Landweg dar. Plane also genügend Zeit für die Reise von A nach B ein. Inlandsflüge können oft auch für scheinbar kurze Strecke lohnenswert sein.

Ankommen in Leticia

Noch heute muss ich grinsen, wenn ich an den Flughafen von Leticia zurückdenke. Es gibt nur eine Start- und Landebahn, von der man zu Fuß in die Flughafenhalle spaziert. Die Ankunft-/Abflughalle ist nicht viel größer als unser Wohnzimmer. Durch diese dreht sich ein vielleicht 10m langes Band, auf das die Koffer per Hand geworfen werden. Statt Security-Personal läuft hier ein Hund über das Kofferband und beschnuppert die Gepäckstücke. Na dann – welcome to the jungle!

Mit einem Taxi fahren wir in das beschauliche Städtchen, wo wir eine Nacht verbringen wollen, bevor wir uns auf ins richtige Abenteuer machen. Unsere Pläne: zwei Tage in einem Naturreservat auf der peruanischen Seite des Amazonas verbringen. Das haben wir bereits im Voraus online gebucht. Zur Einweisung und Bezahlung müssen wir noch zu einem Reisebüro in Leticia. Hier kann man nicht nur Reisen buchen, sondern auch noch seine Wäsche waschen und bügeln lassen, schnell ein paar Snacks einkaufen oder was man sonst halt gerade so braucht… Einfach großartig, diese Menschen!

Außerdem muss für die Einreise nach Peru ein Stempel her! Diesen holen wir uns noch am selbigen Tag per Boot auf einer kleinen Insel namens Santa Rosa (gehört schon zu Peru) ab. Hm, das „Office“ ist als solches von außen nicht erkennbar. Es handelt sich um eine einfache Holzhütte. Aber laut Beschreibung und Schild muss es das sein… Nun gut, wir klopfen mal. Kurz darauf öffnet uns eine junge Frau, die wir scheinbar gerade geweckt haben. Um sich einen BH anzuziehen, fehlte jetzt wohl die Zeit. Auf Nachfrage sind wir jedoch richtig und nur wenige Minuten später haben wir den benötigten Stempel im Pass.


Am Nachmittag setzen wir uns in ein Café im Parque Santander in Leticia. Sobald die Sonne zu sinken beginnt, kehren hunderte bunter Vögel in die umliegenden Baumkronen zurück, um sich ihren Schlafplatz für die bevorstehende Nacht zu sichern. Ein tolles Schauspiel! Dabei genießen wir frische Säfte aus exotischen Früchten, von denen wir zuvor noch nie gehört haben.

Jetzt beginnt das Abenteuer

Früh starten wir am nächsten Morgen von Leticia mit einem Motorboot und überqueren die Grenze nach Peru. Je länger wir auf dem Fluss unterwegs sind und uns von Leticia entfernen, desto abenteuerlicher wird es. Am Ufer leben Menschen in spärlichen Holzhütten. Während unser Bootsführer uns von den vielen Blutegeln im Wasser erzählt, sehen wir Frauen, die hier Wäsche waschen oder Kinder, die baden. Nach einiger Zeit machen wir an einer kleinen Anlegestelle Halt und verlassen unser Boot. Hier wartet bereits der Guide von unserer Unterkunft im Dschungel, dem Reserva Natural Marasha, auf uns. Wie es ab dieser Stelle weitergeht, ist immer von der Jahreszeit abhängig. In der Trockenzeit wandert man ab hier durch den Regenwald. Da zu unserer Reisezeit aber mehr Niederschläge fallen, ist der Weg so überflutet, dass wir uns mit einem Paddelboot fortbewegen. Markus und ich sitzen gespannt hintereinander in dem schmalen Boot, während uns der Guide geschmeidig durch die Wasserarme paddelt und dabei Flora und Fauna erklärt – natürlich auf Spanisch. Mich fasziniert die Geschichte von einem tödlichen Schlangenbiss, der nicht aufgrund von Gift tödlich ist, sondern weil das Reptil selbst dermaßen mit Bakterien und Viren aus dem Wasser infiziert ist.

Etwa eine halbe Stunde sind wir unterwegs und dürfen schon einige Tiere wie Totenkopfäffchen bestaunen, bis sich vor uns eine Lichtung auftut, wo die Flussarme in eine Art See münden. Hier kommt nun auch unsere Unterkunft zum Vorschein. Die Anlage besteht aus mehreren Holzhütten, die auf Pfähle gebaut sind. Wir haben eine eigene kleine Hütte für uns, in der es alles gibt, was man im Dschungel braucht: ein Bett mit Moskitonetz und ein kleines Bad mit WC und Dusche. Prima!

Wir erfahren, dass der Guide die nächsten zwei Tage rund um die Uhr wirklich nur für uns beide da ist, um uns bei verschiedenen Aktivitäten zu begleiten. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Kajak fahren, Fischen, Vogelbeobachtung oder eine Nachtwanderung durch den Dschungel. Im Preis ist außerdem die volle Verpflegung inklusive, es gibt Buffet mit lokalen Gerichten und Softdrinks so viel man möchte.

Es gibt einen natürlichen Pool, bei dem es sich um ein kleines Becken handelt, das mit Netzen sporadisch vom offenen See abgetrennt ist. Im offenen See sollte man nicht schwimmen. Hier keucht und fleucht allerlei wildes Getier. Blutegel sind noch das harmloseste. Dem schwarzen Kaiman zum Beispiel möchte aber wohl niemand im Wasser begegnen – auch, wenn der vorwiegend nachts aktiv ist. In der Anlage leben auch zwei wunderschöne Aras sowie ein Tucan.

Nach der Erkundung der Umgebung stärken wir uns erst einmal beim Mittagessen. Plötzlich hört Markus seltsam laute Schmatzgeräusche. Diese kommen nicht von anderen Gästen oder den Guides, sondern dringen von außerhalb zu uns herein. Durch Schlitze zwischen den Holzbrettern im Boden sehen wir etwas Hellbraunes, das sich bewegt. Kurzerhand unterbrechen wir unseren Lunch und eilen hinaus, um nachzusehen. Eine Familie von Wasserschweinen, die sich über die Essensreste aus der Küche hermacht! Die ausgewachsenen Wasserschweine können locker mit der Größe eines anständigen Hundes mithalten. Schon lustig, dass die nächsten Verwandten Meerschweinchen sind. Die Tiere sind alles andere als scheu. Ich setze mich auf eine Treppenstufe und bin nur wenige Zentimeter von einem jungen Wasserschwein entfernt, kann sogar einmal kurz seine borstige Schnauze berühren.

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Diverse Aktivitäten – was man im Dschungel halt so macht…

Die erste Aktivität, für die wir uns entscheiden, ist alleine Kajak fahren. Unser Guide stattet uns entsprechend mit einem kleinen Boot, zwei Schwimmwesten und zwei Paddeln aus. Noch etwas Sonnencreme ins Gesicht und dann kann es auch schon losgehen. Das schwierigste an der Sache ist das Einsteigen – eine sehr wacklige Angelegenheit zu zweit. Doch wir meistern sie, lassen unseren Guide am Ufer zurück und erkunden den See.

Wir sehen viele exotische Vögel in den Bäumen und am Ufer sitzen. Nach einer Weile nähern wir uns einer schmalen Abzweigung, die in den Wald hineinführt. Neugierig wie wir sind, möchten wir einen Versuch wagen und steuern rechterhand auf die Abzweigung zu. Ich sehe vor uns Dornengestrüpp, auf das Markus beunruhigend schnell zusteuert. Für ihn selbst, der vorne im Boot sitzt, wird die Kurve noch machbar sein, doch für mich hinten sehe ich keine Ausweichmöglichkeit. „Achtung Markus, das wird eng für mich!“, rufe ich. „Das reicht, das reicht!“, versichert er mir… Und die Moral von der Geschicht: Traue deinem Mann beim Kajakfahren nicht!


Zurück am Steg unserer Unterkunft entspannen wir in den Hängematten mit Blick über den See. Anschließend wollen wir fischen gehen. Im Paddeln sind wir ja nun schon etwas erprobt. Markus und ich sitzen gemeinsam in einem Boot und der Guide begleitet uns in einem zusätzlichen Kajak. Diesmal paddeln wir ein ganzes Stück bis zum anderen Ende des Sees. Auf dem Weg dorthin entdecken wir einen türkisfarbenen Eisvogel. Jeder ist nun mit einer Angel ausgestattet, als Köder dienen uns rohe Fleischstückchen. Doch auch nach einiger Zeit und verschiedenen Plätzen bleiben Markus und ich erfolglos. Unser Guide hingegen hatte mehr Glück (bzw. mehr Erfahrung) und zwei Fische gefangen. Diese nehmen wir mit, um sie später zu grillen und unser Abendessen etwas aufzuwerten.

Nachtwanderung aka Hänsl & Gretl verliefen sich im Wald

Nach dem Dinner wird es spannend, denn wir haben uns für die Nachtwanderung entschieden. Ausgestattet mit Stirnlampen und mehreren Schichten Insektenspray fühlen wir uns bereit. Zunächst schauen wir uns in der unmittelbaren Gegend rund um die Anlage um. Dutzende rote Augenpaare werden sichtbar, wenn man mit der Taschenlampe um sich leuchtet und wir befinden uns nur wenige Meter von unserer Schlafhütte entfernt… Wir stoßen auf eine Wasserratte und einen riesigen Frosch. Dann entfernen wir uns immer weiter von der Anlage und stoßen tiefer in den dunklen Dschungel.

Unzählige Insekten schwirren herum und werden vom Licht unserer Stirnlampen angezogen. Wir schalten sie daher aus und stapfen bei Mondschein weiter durch den Wald. Nach einer Weile gewöhnen sich die Augen an die Umgebung und man nimmt mehr wahr. So zum Beispiel auch einen Tausendfüßler, der vor uns auf einem Baumstamm krabbelt oder Fledermäuse, die leise durch die Luft gleiten. Unser Guide möchte uns unbedingt einen Kaiman zeigen und imitiert daher voll motiviert die Laute des Reptils, um einen aufzuspüren. Er ruft uns zu „Espera acá!“ (Wartet hier!) und verschwindet plötzlich im schwarzen Dschungel.

Anfangs hören wir noch seine Laute und sehen den Strahl seiner Taschenlampe, doch beides entfernt sich immer weiter. Da stehen wir also, Markus und ich, ganz alleine in einer Februrarnacht mitten im peruanischen Amazonas. Je genauer wir uns umsehen und die Umgebung ableuchten, desto mehr scheint es überall zu krabbeln. Ohne Guide fühlt man sich doch sehr verloren. Ich wüsste nicht mal, ob ich alleine den Weg zurück zur Unterkunft finden würde. Teils zum Spaß, teils zur Ablenkung nehmen Markus und ich eine Sprachnotiz mit Abschiedsworten auf, sollten unsere Überreste und unser Handy einmal gefunden werden 🙂

Da nähert sich wieder ein Lichtstrahl und der Guide kommt zurück. Die Kaimanensuche scheint nicht erfolgreich gewesen zu sein. Wir begeben uns auf den Rückweg und steigen am Ufer zu dritt in ein Kajak, um auch noch den See bei Nacht zu erkunden. Hier begegnen wir einigen serpientes (Schlangen), die in den Bäumen hängen.

Zurück in unserer Hütte fallen wir nach einem ersten erlebnisreichen Dschungeltage hundemüde in unser Bett. Am Morgen die große Überraschung: kein einziger Insektenstich! Wie kann das denn sein? Ein Hoch auf NoBite und das Moskitonetz!


Letzter Tag im Dschungel

Nach einem stärkenden Frühstück wollen wir es noch einmal wagen und bitten den Guide, uns mit dem Kayak in den Wald zu begleiten. In zwei Booten paddeln wir über den See und nehmen eine Abzweigung in den Dschungel hinein, wo wir vor einem riesigen Baum Halt machen. Es handelt sich um einen 70m hohen Ceiba, einem heiligen Baum der Mayas. Es geht weiter, querfeldein durchs Gestrüpp. Der Guide paddelt voraus und schlägt mit seiner Machete einen Weg durch das Geäst frei. Als wir uns mit unserem Kajak ständig verheddern und nicht mehr vorankommen, bindet uns der Guide kurzerhand an sein Kajak fest und zieht uns hinter sich her. Nur wenige Zentimeter trennen uns von Bäumen, auf denen riesige Spinnen sitzen. Ausweichen ist nicht möglich und stillsitzen im Kajak das oberste Gebot, denn sonst kippt es und wir landen im Sumpf. Eine Feuerprobe besonders für Markus, der unter Spinnenphobie leidet.

Dennoch schaffen wir es wohlbehalten wieder zurück zu unserer Anlage und verbringen noch etwas Zeit in der Hängematte, bis wir wieder zurück nach Leticia wollen. Kurz vor unserer Abreise werde ich von unserem Guide unsanft beim Dösen in der Hängematte unterbrochen. „Caiman, Caiman!“, schreit er ganz aufgeregt. Und tatsächlich, nur wenige hundert Meter von unserem Steg überquert ein schwarzer Kaiman den See. Sein Kopf und sein Schwanz sind klar zu erkennen. Demnach handelt es sich mindestens um ein 3 Meter langes Tier:

So viel zum Thema, sie seien nur nachts aktiv… Und irgendwie gruselig, wenn man bedenkt, dass wir nur kurz zuvor im Kajak über genau diesen See gepaddelt sind. Ein wirklich gelungener Abschluss von zwei abenteuerlichen Tagen im Dschungel!


Wir verabschieden uns und kehren wieder zurück nach Leticia. Wir wollen noch eine weitere Nacht hier verbringen, bevor wir unsere Reise fortsetzen. Nachdem wir unser Gepäck im Hostel deponiert haben, machen wir noch einen Abstecher über die Grenze nach Brasilien. Hierfür wird kein Visum oder Stempel benötigt, man kann die Grenze einfach so überqueren und erreicht dann das brasilianische Städtchen Tabatinga. Ist nicht wirklich schön, aber ganz interessant. Etwa zwei Stunden verbringen wir hier, sehen uns um und schlendern über den Markt.

 


Das schwarze Gold – auf ins Kaffeedreieck

Unser nächstes Ziel soll das Kaffeedreieck rund um Armenia und Pereira sein. Dazu fliegen wir mit der Avianca von Leticia zurück in die Hauptstadt und von hier nach Armenia. Mit dem Bus geht es weiter zum Terminal de Transporte (Art Busbahnhof) von Armenia. Hier soll ein weiterer Bus in den Ort Salento fahren, wo sich unser ausgewähltes Hostel La Serrana befindet. Wir fragen uns durch und finden den besagten Bus, der komplett leer in der Haltebucht steht. Kein Schild, keine Info, wann er abfahren soll. Ein Mann eilt herbei und erklärt uns, dass er gerade noch ein Fußballspiel zu Ende schauen will, dann fahren wir los. Aha, der Busfahrer also! Er schließt uns schon mal auf und lässt uns einsteigen, dann verschwindet er wieder. Zwanzig Minuten später scheint das Spiel dann zu Ende zu sein und wir machen uns auf den Weg nach Salento. Irgendwo in der Ortsmitte werden wir rausgelassen. Ich hatte bereits zuvor gelesen, dass sich das Hostel etwas außerhalb auf einem kleinen Berg befindet. Ein Jeep / Taxi bringt uns dann das letzte Stück den Hügel hinauf zu La Serrana. Es ist mittlerweile später Abend geworden und so haben wir einen kompletten Tag damit verbracht, von A nach B zu kommen. Eine Sache, an die man sich als Backpacker schnell gewöhnt.

Wir haben ein Doppelzimmer gebucht und teilen uns ein Gemeinschaftsbad. Pablo, der schwarze Labrador des Hostels, ist immer irgendwie in der Nähe. Als es am nächsten Morgen hell wird, haben wir erstmals die Chance, die Unterkunft und die Umgebung zu erkunden. Es ist wunderschön, ich habe selten so eine grüne Landschaft gesehen. Vom Hügel aus haben wir eine grandiose Sicht auf saftig grüne Wiesen. Das Klima in der Region ist feucht und die Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad. Perfekte Voraussetzungen für den Anbau von Kaffee und Bananen, wie wir noch lernen werden.

Unser Hostel bietet diverse Ausflüge und Aktivitäten an, die wir gerne nutzen möchten. Doch zunächst einmal wollen wir das Frühstück testen. Der Speiseraum ist total gemütlich und zwei ältere, herzliche Damen kümmern sich bestens um das Wohl der Gäste. Wir können den Ladies hier beim Kochen zusehen, alles wird frisch zubereitet. Ich rutsche auf die Eckbank aus Holz und fühle mich sofort wohl. Rührei mit Bacon und Gemüse, warmes Vollkornbrot mit Butter und Blütenhonig, dazu eine reife Banane aus der Nachbarschaft und frisch gebrühten Kaffee. Diese Hostel-Mamas haben wirklich einen Preis verdient!

Als erstes entscheiden wir uns für eine Coffee Tour auf einer der vielen Kaffeefarmen in der Umgebung: Finca El Ocaso. Eine kleine Wanderung von etwa 20 Minuten durch die tolle Landschaft bringt uns zu dieser Farm. Unterwegs treffen wir auf spielende Kätzchen und Enten. In einer Führung über die Farm lernen wir alles über den Anbau, die Ernte und die Zubereitung von gutem kolumbianischen Kaffee. Gemessen an der Menge ist das Land die weltweite Nummer 3 im Export von Kaffee. Qualitativ sehen sich die Kolumbianer aber ganz vorne. Der Grund: in Kolumbien werden die Kaffeekirschen, in denen sich die Bohnen befinden, größtenteils noch per Hand geerntet. So kann darauf geachtet werden, dass wirklich nur die reifen, roten Früchte gelesen werden, die schon eine gewisse Süße in sich tragen. In anderen Ländern kommen häufiger Maschinen zum Einsatz, die auch unreife, grüne Früchte abernten. Daraus entsteht letztendlich Kaffee mit mehr Bitterstoffen.

Erst die Theorie, dann die Praxis: Wir dürfen nun selbst Hand anlegen und die roten Kaffeekirschen ernten. Am Ende des Prozesses brüht der Farmbesitzer frischen Kaffee für uns auf. Ausschlaggebend für den Geschmack ist beim Brühvorgang auch die Temperatur des Wassers: ist es nicht heiß genug, entfalten sich die Aromastoffe nicht ausreichend. Ist es hingegen zu heiß, verbrennt das Kaffeepulver und der Kaffee wird bitter. Zum Abschluss dürfen wir den frisch gebrühten Kaffee testen und er schmeckt wirklich hervorragend.

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Hopp, hopp, hopp! Pferdchen, lauf Galopp! Über Stock und über Steine, aber brich dir nicht die Beine…

Der nächste Tag beschert uns schon wieder ein „erstes Mal“: ein ausgedehnter Ausritt auf Pferden durch einen Wasserfall, wobei es wortwörtlich über Stock und Stein geht. Diese Tour haben wir über unser Hostel gebucht, wo der Ausflug auch beginnt, organisiert und durchgeführt von Omar Hernández in Salento. Nachdem jeder Platz in seinem Sattel genommen hat, geht es auch schon los. Wir reiten schmale Wege entlang, entfernen uns immer mehr von dem kleinen Städtchen und tauchen ein in die herrlich grüne Natur. In der Nacht zuvor hat es geregnet, sodass die Wege teils rutschig und schlammig sind.

Als wir weiter in einen Wald kommen, wird mir auf einmalig ganz mulmig. Der schmale, steile Pfad, der sich vor uns auftut, ist eine einzige Schlammlawine, aus der spitze Felsen ragen. Wie sollen wir da bloß heil runterkommen?, frage ich mich. Ich sehe, wie bei den vor mir gehenden Pferde die Hinterbeine auf den rutschigen Steinen wegknicken…

Ich spiele mit dem Gedanken, abzusteigen und lieber zu Fuß zu gehen. Doch irgendwie kneife ich Augen und Pobacken zusammen und überstehe die Tortur unbeschadet. Ihr müsst wissen, dass ich nie das Mädchen war, dass als Kind auf Pferde abgefahren ist. Dementsprechend habe ich auch kein enges Verhältnis zu diesen Tieren. Doch nach diesen 100 m war ich heilfroh und unendlich dankbar, dass mein Pferd mich sicher ans Ende des Pfades gebracht hat. Danach wird es wieder entspannter und wir reiten durch einen Fluss im Tal. Ein wirklich tolles Erlebnis! Am nächsten Morgen bin ich überrascht über den Muskelkater in Po und Oberschenkeln. Doch das bedeutet nicht, dass man sich jetzt ausruht. Denn es steht etwas Großes auf dem Tagesplan…

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Valle de Cocora oder: Die Wanderung des Todes

Das Valle de Cocora inmitten Kolumbiens Kaffee-Region ist auch bekannt als „Nebelwald“. Bis zu 60 m hohe Wachspalmen säumen das Tal, die Berge ringsum strahlen in saftigem Grün. Die Wiesen sehen so weich aus, dass man sich gerne darin wälzen möchte. Der mystische Anblick erinnert an ein Setting von Herr der Ringe. Doch diesen muss man sich wirklich hart erarbeiten…

Früh am Morgen starten wir von unserem Hostel mit dem Jeep. Ein Mitarbeiter bringt uns und ein paar andere Mutige zum Ausgangspunkt der Rundtour. Doch begleitet werden wir nicht. Wir bekommen alle eine selbst gezeichnete Karte in die Hand gedrückt mit einer groben Beschreibung der Route auf Englisch. Na das kann ja heiter werden!

Top motiviert machen wir uns auf den Weg, wandern anfangs entlang eines Baches und über hölzerne Brücken, die alles andere als vertrauenserweckend scheinen. Immer weiter kommen wir nun in den Wald hinein. Es gibt dabei so viel zu entdecken, besonders, wenn man auf die kleinen Dinge achtet. Man nimmt so viel wahr: kleine Eidechsen, bunte Vögel, farbenfrohe Pflanzen, den frischen Duft des Waldes.

Nach etwa zwei bis drei Stunden kann man sich entscheiden, ob man den Rundweg fortsetzt oder einen Abstecher zu „Acaime“ macht. Dies ist ein kleines Reservat, bei dem man unzählige Kolibris bewundern kann. Klar, dass wir uns das nicht entgehen lassen wollen. Zumindest Markus, ich und eine Niederländerin nicht. Dem Rest der Gruppe ist es zu heikel, da der schlimmste Teil der Wanderung erst noch bevorsteht und es bereits Mittagszeit ist… Bei Acaime wird eine kleine Gebühr fällig, in der aber ein Getränk und ein Stück Käse enthalten sind. Besonders beliebt ist hier die heiße Schokolade. Doch wir sind dermaßen außer Atem, dass an ein warmes Getränk nicht zu denken ist und den Käse ersparen wir uns auch.

Nun geht es also weiter und die Steigung nimmt rasch zu. Die Luft wird immer dünner und wir erklimmen die Berge über schmale Serpentinen. Nach einiger Zeit kommen wir auf eine Lichtung, doch den Gipfel haben wir nach wie vor nicht erreicht. Weitere Serpentinen schlängeln sich steil den Hügel hinauf zur Finca La Montana. Endlich oben, knapp 3000 Höhenmeter! Das härteste Stück ist nun geschafft. Ab hier verläuft der Weg recht gemütlich eben oder sogar bergab und wir nähern uns dem berühmten Tal. Durch die Bäume am Wegrand können wir schon allmählich einen Blick erhaschen auf die zahnstocherdünnen Wachspalmen. Bestimmt fünf Stunden sind wir nun schon unterwegs, doch die mystische Landschaft ist jede Schweißperle wert.

Und dann haben wir es geschafft – nach etwa 6 Stunden laufen wir endlich durch das Valle de Cocora. Eine Szenerie wie aus dem Bilderbuch. Mit dem dunklen Hengst, der an eine der Wachspalmen angebunden ist und ganz alleine im Tal steht, wirkt es fast unnatürlich.

Gerade so ergattern wir dann den letzten Jeep um 17 Uhr, der uns zurück ins Zentrum von Salento bringt. Was ein Tag!

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Den nächsten Tag lassen wir dann ganz entspannt angehen und erkunden noch etwas das Örtchen Salento. Zu Mittag kosten wir „Trucha“ (Forelle), eine Spezialität der Region. Dann ist Weiterreise angesagt: Auf nach Barranquilla zum Karneval… Die Anreise gestaltet sich kompliziert: Salento – Bus nach Pereira – Flug nach Cartagena (+ eine Zwischenübernachtung) – nächster Morgen: Bus nach Barranquilla…

 


Karneval in Barranquilla

Zwei Tage verbringen wir in Barranquilla an der Nordküste Kolumbiens, das mit über 1,2 Mio Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes ist. Der Grund für unseren Aufenthalt ist der Karneval, denn abgesehen davon ist die Stadt wahrlich keine Schönheit und bietet wenig bis keine Sehenswürdigkeiten. Freitagabend soll auf einem Platz die „Noche de Tambó“ (Nacht der Trommeln) stattfinden. Das klingt toll und wir stürzen uns in die Menge. Alle tanzen hier zusammen zu heißen Samba-, Salsa-, Merengue- und vor allem Cumbia-Rhythmen. Schon der Nachwuchs zeigt was er kann und stellt uns vergleichsweise ungelenke Europäer in den Schatten. Ein wirklich toller Abend!

Am Sonntag soll dann die „Gran Parada de Tradición“ stattfinden, das alljährliche Highlight des Karnevals. Ganz früh sind wir vor Ort, um uns gute Plätze zu sichern. Das seltsame: für die Besucher sind entlang der Umzugsstrecke überall durchlöcherte Plastikstühle in Reih und Glied aufgestellt. Die Gutverdiener, Politiker und Promis des Landes nehmen auf abgezäunten, schickeren Tribünen Platz. Das sieht nicht nach Mittanzen aus. Naja, wir tun den Einheimischen gleich und mieten uns für ein paar Münzen zwei der Stühle. Langes Warten, bis es losgeht. Die Mittagshitze ist nur mit gekühltem Dosenbier zu ertragen. Gott sei Dank wird das hier in Massen verkauft! Dazu ein Fleischspieß von einem zum Grill umgebastelten Einkaufswagen – prima!

Die Parade ist sehenswert, tolle Kostüme, gut aussehende Menschen, die sich auch noch gut bewegen können – eben was fürs Auge. Dennoch schwappt die Feierstimmung nicht wirklich bis zu uns. An Tanzen ist in den engen Stuhlreihen nicht zu denken. Sobald man aufsteht, beschweren sich die Besucher aus den hinteren Reihen und die Stühle sind schneller weitervermietet, als man schauen kann. Nach der Parade würden wir gerne noch weiterfeiern. Doch es fällt uns schwer, herauszufinden, wo man das am besten macht und wo man sich auch als Tourist hintrauen kann. Wir fragen bei den Einheimischen nach, bekommen verschiedene Empfehlungen und teils widersprüchliche Informationen. So beenden wir diesen Tag recht früh.

Unser Tipp: Am besten, du gehst mit jemandem zum Karneval, der sich auskennt!

 


An dieser Stelle endet die gemeinsame Reisezeit von Markus und mir. Ich fliege allein zurück nach Bogotá, wo ich am nächsten Tag auf die Gruppe meiner Universität treffe und gemeinsam mit ihr weiterreise. Markus verlässt Barranquilla ebenfalls und steuert den kleinen Fischerort Taganga an.

Ich verbringe tolle Tage auf den malerischen Karibikinseln San Andrés y Providencia und trage dort dem Tourismusverband etwas über Nachhaltigkeit vor.

Währenddessen lässt sich Markus im Großstadttrubel von Medellín treiben. Unsere Wege kreuzen sich in Cartagena wieder und nach insgesamt vier Wochen fliegen wir gemeinsam von Bogotá nach Hause.


Unsere Tipps auf einen Blick:

  • Tagesausflug von Bogotá zur Salzkathedrale
  • Auf den Cerro de Monserrate nur mit Sonnencreme – auch wenn`s bewölkt ist!
  • Großartiges Dschungelerlebnis Reserva Marasha
  • Kaffeedreieck mit Wanderung durchs Valle de Cocora
  • Karneval in Barranquilla nur in Begleitung von Insidern
  • Einsame-Insel-Feeling und super Tauchspot auf Providencia

 

enjoy your journey!

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